261 deswegen thun. Um die Wuth fehlgeschlagener Hoffnung auszu- lassen werden nun unsere Geiseln gekränkt und bedrohet, und die schändlichsten Lügen und Verläumdungen in Paris ausgestreut, um die Franzosen zu harten Maaßregeln gegen diese Unglücklichen zu bringen, und solche sind in der dringendsten Gefahr, daß es jenen Bösewichtern gelingen wird, wenn man nicht, was Pflicht und Menschenliebe gebietet, ihren Machinationen entgegen arbeitet. Um Ihnen die ganze schändliche Kabale zu entwickeln und Ihnen die Gefahr unsrer Freunde zu schildern, darf ich Ihnen nur den Brief (Beilage 5) eines dieser schändlichen Menschen beilegen, und Sie werden mit mir die traurige Lage dieser armen Gefangenen be- weinen. Sollte hier die Wahl zwischen Tod und solchem Gefängnis nicht wenigstens zweifelhaft sein? Und räth nicht Pflicht und Klugheit jedem an, der nur von weitem mit letzteren bedroht ist, zu gehen, wenn er gehen kann? Dazu hat sich dann auch Ihr Freund nach manchem Kamps und nach langem Harren entschlossen, da es jetzt nicht ohne, aber doch mit minderer, Gefahr geschehen und ich mit der Pflicht der Selbsterhaltung die Hoffnung verbinden kann meinen unglücklichen Freunden nützlich zu sein und die in Frankfurt wegen der Aus- lösung der 2000 krank zurückgebliebenen französischen Soldaten von der Mainzer Garnison anwesenden französischen Commissärs von dem Ungrund der von deutschen Bösewichtern ausgestreuten Lügen zu überzeugen und sie zu bewegen sich der Unschuldigen anzunehmen. Es ist also beschlossen; in 14 Tagen umarme ich Sie, mein Bester, jenseit des Rheins, wo kein Ehrmann die Unschuld mordet, kein Archier raubt, wo man Robertpierres Schandthaten mit Abscheu aber nicht mit Todesschauer nur — hört; ober nie wieder — bis im Elysium. Leben Sie wohl! Leben Sie wohl! Leben Sie wohl.