244 Ehrmann, Volksrepräsentant bei der Rhein- und Moselarmee, an den N. C. Saarbrücken den 5ten Nivose, im zweiten Jahr der einen und untheilbaren Republik. Ich liebte 6 Jahre lang eine junge Republikanerin. Ihre Tugend, ihr Verstand und ihre Talente hätten mich zum glück- lichsten Sterbenden gemacht. Unglückliche Umstände raubten mir diesen Schatz. Ihre Hand gehört jetzt einem Glücklichern als mir. Wir lieben uns noch wie Bruder und Schwester. Mein Porträt hat sie behalten, aber ihr feines Gefühl erlaubte ihr nicht auch meine Uhr mit der Kette zu behalten. Auf der Uhr steht ihr verzogener Name, sie behalte ich. Jede ihrer Minuten wird dem Menschen eine Epoche seines Glücks, dem Bürger eine seiner Pflichten zurückrufen. Meine goldene Kette bringe ich zum Hochzeit-Geschenk dem beständigsten und treuesten Liebchen auf der Welt, der französischen Republik, dar. Ehrmann in der Stunde meiner Abreise nach Straßburg. P. 8. Wo mir recht ist, habe ich noch zu Paris einige goldene Cadaver mit Capets Stempel; kann ich sie finden, so will ich sie im National-Schmelztiegel begraben. Sein Wahnsinn mag wahr oder erdichtet sein, so ist er allemal damit gestraft, doch bei weitem nicht so sehr als er's ver- dienet hat. Wahrscheinlich ist er das letztere, und daß Ehr- mann dadurch sucht der Rechenschaft über seine Handlungen und Erpressungen überhoben zu sein. Denn wahrscheinlich ist er, so sehr man von den jetzigen Machthabern alles Schändliche er- warten darf, doch nicht zu allen autorisirt gewesen, und letztere von Ehrmann sagen mußte, will ich auch den Lesern, welchen dieser merkwür- dige und galante Brief von diesem Manne, an dessen Händen unschuldiges Blut klebte, vielleicht unbekannt geblieben ist, solchen mittheilen und noch dies bemerken, daß der größte Theil des National - Convents selbst denselben mit lautem Lachen anhörte.