242 allen Enden der Republik herbeikamen und unter die Bataillons vertheilt wurden, war dies nicht möglich. Und denken Sie, mit welcher Energie diese größtentheils gezwungenen Soldaten den Zustand in Frankreich geschildert haben mögen? Da hörte mancher, daß, während er sein Blut vergossen hatte, sein Erbtheil verbrannt, seine Eltern und Geschwister und Freunde ermordet worden seien u. s. w. Dies verursachte traurige Betrachtungen und den Wunsch nach Frieden, welchen die Soldaten und Offiziers öffentlich äußerten, so lange äußerten, bis das Wort Friede zu nennen bei Lebens- strafe verboten wurde. Die Soldaten fanden sich auch in ihrer Hoffnung betrogen, daß ihnen nun ruhige Winterquartiere gegönnt werden würden, welche sie so nöthig brauchten. Denn bei ihrer Ankunft wurde ihnen kein Geheimnis mehr daraus gemacht, daß noch eine Expedition lim Trier zu erobern gemacht werden sollte. Ich habe mich wirklich gewundert, daß die Soldaten sich dazu ver- stunden und rastlos nach Thionville zu eilten, aus welcher Gegend zwei Kolonnen gegen Trier marschieren sollten, wogegen die dritte bestimmt war von der Seite von Oltweiler den Angriff zu machen. Abends kamen sie in dem elendesten Zustande an, krochen auf allen vieren Trepp auf, Trepp ab, und Morgens um halb 6 ging es wieder weiter. Doch die Colonne, welche über Ottweiler mar- schiert war, befreite sie von dieser gefährlichen Expedition; solche revoltirte förmlich. Das Carabinier-Regiment und das Infanterie- Regiment ehemals Navarre stellten sich à la tête und declarirten den Generals, daß sie nicht weiter gehen würden. Sie verlangten die ihnen nach der Debloquade von Landau versprochene Ruhe und wenigstens 6 Wochen zur Erholung; dann stünden sie zu weiterm Befehl bereit. Generals und Repräsentanten ließen es an Versprechungen und Drohungen nicht fehlen. Beide wurden ver- achtet, und die Soldaten blieben bei ihrer Erklärung. Und ihnen — mußte nachgegeben werden; sie bezogen die Winterquartiere. Hier kam Regiment ci-devant Navarre in Garnison, dessen Chef General Lombard ist, welcher väterlich für solches sorgte, indem er verlangte, daß alle Soldaten in gute Betten gelegt würden. Wohl würde er gethan haben, wenn er um dieses möglich zu machen die