207 Falle! Nun sitzen wir darin. Haben wir's nicht gesagt! die Preußen beziehen nur eine andere concentrirtere Stellung, schrieen die ersteren. Haben wir's nicht gesagt! man solle erst die Ver- stärkung der Ardennenarmee abwarten, ehe man sich so weit engagirte. Allein sie waren nun einmal so weit engagirt. Was auch die vernünftigen Offiziers rathen mochten, die Repräsentanten wollten sich kein âàtznti geben, wollten sich nicht vor ganz Frankreich zum Gelächter machen, wenn sie nun vor dem Feind, dessen Flucht sie mit der des furchtsamen Hasen vor dem Jäger verglichen, den sie — zwar nur in ihren Berichten — auf der Flucht aller Orten geschlagen, und ihm seine Kanonen abgenommen hatten u. s. w., ohne Schwertstreich zurückfliehen sollten. Und dann über- legten sie die Gefahr des Rückzugs, durch die engen Pässe, auf welchem die ganze Armee zu Grunde gerichtet werden konnte. Dieses letzte wurde den Soldaten ad oculos demonstrirt, ihnen der Sieg leichter als die Retirade vorgespiegelt und durch aus- getheilten Brandewein ihr Muth erhoben, oder vielmehr ihre Be- sinnungskraft betäubt. *) So geschahe der Angriff ans Eigensinn der Repräsentanten, welchen ihre Ehre theurer war als das ver- *) Ich finde in den Zeitschriften einen heftigen Streit über das Brandcwein- trinken der Franzosen. Einige Schriftsteller geben alle ihre Kriegs-Thaten für eine Wirkung desselben aus. Andere läugnen dessen planmäßigen Gebrauch gänzlich. Beide Theile gehen zu weit. Wahr ist, daß den französischen Sol- daten in Saarbrücken, während der Anwesenheit der Preußen vor der Stadt, und zwar denen, welche zu einem Angriff bestimmt waren, auf Kosten der Republik Brandewein ausgetheilet wurde; dies haben ich und 1000 Zeugen ge- sehen, und es war so wenig ein Geheimnis, daß Offiziers und Gemeine sich laut zuruften: das oder jenes Bataillon, die oder jene Compagnien müssen vor den Feind, man hat ihnen Brandewein ausgetheilt. Daß diese Austheiluug eine höhere Absicht hatte, schlossen wir daraus, weil in den Magazinen kein Ueberfluß davon war und der Soldat sich ihn damals noch in der Stadt verschaffen konnte. Daß der Brandewein verfälscht war, ist wahrscheinlich: Offiziers nahmen keinen aus den Magazinen, was ihnen doch frei stund, sondern kauften denselben lieber viel theurer bei den Marketendern oder in der Stadt. Mußten sie in den Magazinen nehmen, so forderten sie schriftlich: Lau de vie sans feu, ein Ausdruck, den sie mir niemals erklären wollten, und auch dann tranken sie ihn nicht ohne ihn vorher mit einem Pulver, daß sie sympathetisch nannten, probirt zu haben. Ein hoher Offizier warnte einen meiner Freunde Magazin- Brandewein zu trinken, weil er schädlich sei.