192 Verfolgung der Deutschen zu nehmen und deswegen als Jnterims- commandant hier blieb, nebst dem größten Theil der hiesigen Offi- ziers das Zeugnis geben, daß sie ihr Mißvergnügen über diese Plünderungen öffentlich an Tag legen. Allein es scheint, daß der Repräsentant Ehrmann den Soldaten diese Gemüthsergötzlichkeit gönnt, denn auf seinen Befehl sind die Plünderer, welche von den Offiziers arretirt und ins Gefängnis geschickt waren, wieder auf freien Fuß gesetzt worden, welches diese und andere zu neuen und gröbern Excessen verleitet hat. Ob nicht endlich auch die Reihe an uns in den Städten kommen wird, müssen wir erwarten, und wir erwarten es ohne Furcht, da alles, was wir bisher ausgestan- den haben, einen solchen Stoicismus oder vielmehr Fühllosigkeit bei uns hervorgebracht hat, daß uns nichts mehr freut, nichts mehr fürchterlich ist. Dritter Ürief. den 28stcn November 1793. Nachdem die Plünderungen 8 Tage lang crescendo gedauert hatten, glückte es endlich dem General und den Offiziers von dem Repräsentanten die Erlaubnis zu erhalten das Verbot ergehen zu lassen, daß die Soldaten nicht mehr stehlen sollten. Und wirklich war dieses Verbot nicht nur zur Aufrechthaltung der Kriegs- disciplin sondern auch zur Abwendung des größten Schadens der Armee äußerst nothwendig. Wenn wir uns wegen dem unerwarteten Rückzug über die Deutschen ärgerten, so wurden wir durch die Franzosen hinlänglich an ihnen gerächt. Denn diese schildern in ihren Journalen solchen auf die lächerlichste und beleidigendste Weise. Ils fuient comme les lièvres timides devunt le cimsseur, sagt unter andern eines der gemäßigtsten. Vermuthlich sollen aber diese Bramar- basiaden nur dazu dienen den Muth der andern Armeen zu stärken.