183 den 12ten November. Die Franzosen sprechen von einem wichtigen Coup, welchen die Deutschen auszuführen im Begriff stehen sollen. Es scheint, sie fangen an verschwiegener zu werden, weil sie sich nicht weiter darüber herauslassen. Uns scheint es entweder der Festung Bitsch zu gelten oder daß jene einen Vorschritt gegen die Obersaar machen wollen. Die Consternation unter den Franzosen ist groß, und was jene Vermuthung rechtfertigt, ist, daß ein beträchtlicher Theil der im Saarbrücker Lager stehenden Truppen diese Nacht in aller Stille aufgebrochen und durch die Berge gedeckt über Speichern nach Saargemünd marschiert ist. Auch die Chasseurs de Rheims, welche seit 6 Wochen in der St. Johannes Vorstadt lagen, machten sich marschfertig und gingen endlich mit einbrechen- der Nacht im dunkeln längs der Saar hinauf. Ein Wunder, daß sie nicht von den Deutschen, da nur die Saar zwischen ihnen war, entdeckt und in ihrem Marsch beunruhigt wurden. Die An- zahl der Franzosen ist also in den Städten und dem Lager sehr gering, und wenn die Preußen auch noch einen erbärmlichern Spion als der vorige war, haben, so müssen sie davon unterrichtet werden, und dann würden einige Hundert Mann hinreichen die Franzosen zu verjagen und ihnen ihre ganze Artillerie und Ba- gage abzunehmen. Diese suchen zwar ihre Schwäche durch Lärm, Trommeln und Märsche der Truppen von einer Stelle zur andern und über die Saar und wieder herüber, auch durch verstärkte Tiraillerien zu verbergen, der Kunstgriff ist aber so plump, daß er vermuth- lich von den Deutschen, die zumal von den Anhöhen im Stande sind die Franzosen zu zählen, eingesehen werden wird. den 13 tot November. Diesen Vormittag schient als ob sie ihn eingesehen hätten, als man auf einmal einige Bewegungen unter den Deutschen be- merkte und eine sehr heftige Kanonade von Monplaisir her auf das Dorf St. Arnual, welches stark mit Franzosen besetzt ist, be- gann. Durch die in dieses Dorf geworfenen Haubitzen wurden