164 Kopfs, übertragen wurde. Er leitete das Wasser aus einer großen Entfernung nach der Stadt, und im Jahr 1782 vollendete er sein Werk. Ich war gegenwärtig, als die Wasserleitung angelassen wurde, Zeuge des Triumphs des Urhebers und des Jubels der Pfalzburger, des jovialischsten Völkchens unter der Sonne, und der Danksagungen, womit sie ihn überhäuften, und werde mich immer mit Rührung und Vergnügen dieses Auftritts erinnern. Diese vortreffliche Anlage hatte aber die Folge, daß man dem Character der Franzosen gemäß nunmehr die alten öffentlichen und Privat- anstalten zum Wassersammeln vernachlässigte. Und mir sind mehrere Häuser bekannt, wo man die Zisternen und Dachrinnen geflissent- lich zerstörte, in allen aber weiter nicht unterhielt. Werden Sie mir nun bei dieser Lage der Sache Beifall geben, wenn ich jenes taut pis! so erkläre, daß durch die den Preußen sehr leichte Zer- störung der Wasserleitung Pfalzburg plötzlich ganz ohne Wasser sein wird, welches bei der vorigen Einrichtung nicht sobald ge- schehen sein würde. 8. 8. N. 8. den 21tcn Oktober. Wenn die Franzosen nicht die ganze einst so berühmte Fakul- tät der heiligen Wunderärzte abgedankt und ihnen die Praxis unter- sagt hätten, so hätte ich heute sicher geglaubt, daß einer seine Bude bei uns eröffnet habe, als ich alles, was in beiden Städten an einem oder beiden Füßen lahm war, auf den Straßen herbei- hinken sah. Bald klärte es sich aber auf, daß St. Vincent solche zu sich berufen hatte, nicht um sie gehend zu machen, sondern um sie nach Befund todtschießen zu lassen. Einige preußische Deser- teurs hatten nämlich gesagt, daß ein hinkender Spion öfters ins preußische Lager käme und Nachrichten überbrächte. Nun war Vincent flugs hinter her und ließ alles, was in beiden Städten hinkend war, zusammen treiben um den Verrüther unter ihnen ausfindig zu machen. Er hatte aber, eben so wenig als bei seiner Jnundation an's Wasser, jetzt daran gedacht, daß der Spion recog- noscirt werden müsse und dieses nur durch die preußischen Aus-