76 Wirth geborgten Landcharte seine Marschroute ftubirte, wie er solche nach vielen vergossenen Schweißtropfen endlich dahin ins Reine brachte, daß er Straßburg und Landau rechts liegen lassen, grade auf Speier und Worms, von da nach Frankfurt marschiren müsse, und: dann bin ich gerade vor Mainz! ausrief. Wie seine besorgte Köchin ihn anmahnte, ja fürsichtig zu sein und den rechten Weg zu wählen, und er mit ihr nochmals seine Route auf der Charte durchlief lind ihr bewies, daß er nicht fehlen könne. Was meinen Sie, Freund! Sollen wir nicht auch die Federn wegwerfen und zum Degen greifen? Als Generals könnten wir dann, um auch handwerksmäßig zu sprechen, die Deutschen — exeitiren, denn das scheinen sie wahrlich nöthig zu haben. Leben Sie wohl. Zwei und zwanzigster örief. S. den 3. Aug. 1793. Wenn Sie, mein Freund, vor einigen Tagen hierher gekom- men wären, würden Sie sicher geglaubt haben, daß die Pest hier gewüthet und alle Einwohner hinweggerafst hätte; so menschenleer waren die Straßen und öffentlichen Plätze. Wir hatten aber auch wichtigere Geschäfte als Spazieren zu gehen. Wir erhielten die Nachricht von der Uebergabe von Mainz und zugleich die von der baldigen Rückkunft der von hier mit Schneckeneile zum Entsatz ge- zogenen republikanischen Armee, eine Nachricht, die uns nichts weniger als erfreulich war. Schon bei ihrem Ausmarsch hatte solche in Städten und Dörfern nicht säuberlich verfahren, und wie der Republikaner auf dem Rückmarsch sich beträgt, davon hatten wir die traurigsten Beispiele in unserer Nachbarschaft. Es war uns also nicht zu verdenken, daß wir vor dem Besuch zitterten, dazu kamen noch wahre und falsche Gerüchte von Mordbrennereien