38 er mit seinem Pferd in einem Sumpf stecken blieb, einen solchen Eindruck gemacht, daß sie ihre Grundsätze vergaßen, und der Ge- fangene war nicht weniger und nichts anderes als ein Prinz. Glauben Sie nicht, daß nur einige, daß nur gemeine Franzosen dieses glaubten, nein, es war allgemeine Meinung, unb selbst die Generalität solcher beigethan. Der Gefangene mußte verschiedene Verhöre darüber aushalten, wobei man ihn unter den theuersten Versprechungen, daß es ihm nicht nachtheilig sein sollte, zum Ge- ständnis zu bringen suchte. Seine Gefangenschaft dauerte nicht lange, indem er gegen fünf Offiziers von der Nationalgarde aus- gewechselt wurde. Während seinem hiesigen Aufenthalt wohnte er im Schloß, aß und trank des Fürsten Wein und Brod, wie die französische Generalität und ein beträchtlicher Theil der Offiziers auch thut. Dem ungeachtet trieb der Commandant Baron von Scheid, der im Schloß wohnt und sichs trefflich wohl auf des Fürsten Kosten schmecken läßt, die Impertinenz soweit, daß er ihn bei seinem Ab- schied ernstlich ermahnte, bei seiner Rückkunft zu den Deutschen die erhaltene gute Behandlung von Seiten der Nation und wie gut sie ihn logirt und bewirthet habe, gebührend zu rühmen. Der Gefangene versprachs und dankte zugleich für die erhaltene Be- lehrung, durch welche er eben erst erfahren, daß, was er dem Fürsten verdanken zu müssen geglaubt habe, eine Wohlthat der Nation gewesen sei. Und die Lacher waren nicht auf der Seite des Citoyen eidevant von Scheid. Bubenstücke bleiben nicht un- gestraft, sollten auch selbst Franzosen die Vollzieher des Strafge- richts sein. Der Ihnen aus meinen vorigen Briefen bekannte hiesige Un- terthan Cron, welcher uns so viele Unruhe verursachte, hat nun auch seine Strafe ad interim wenigstens erhalten. Er hatte sich seit dem französischen Einmarsch das Prädieat als Oberst beigelegt und wollte ein Corps auwerben, das er aber nur auf sechszehen Mann brachte. Bei dem Marsch des Landremontschen Corps ins Zweibrückische erwachte sein Heldenmnth, er wurde thatenhungrig und marschierte mit. Kaum drei Stunden bis in die Gegend von Blieskastel konnte er seine Tapferkeit bezähmen, die aber bei ihm