31 Zeit bei uns verweilen. Wir können null den auffallenden Unter- schied zwischen dem französischen Soldaten, was er war und was er jetzt ist, sehr deutlich bemerken. Dieses schöne Regiment ist ilvch ganz auf dem alten Fuß eingerichtet. Der gemeine Soldat beobachtet die strengste Subordination und ist voll Respect gegen seine Offiziers. Die Benennung Citoyen ist bei ihnen verbanilt, und wir siild nunmehr wieder als Messieurs rehabilitirt. Sogar lassen sie sich angelegen sein Bürger lind Bauern gegen die Neckereien der übrigen Soldaten und Volontairs zu schützen. Bisher war es biefen eine Art von Erwerbsmittel die Landleute, welche ohne Nationalcocarden, die wir in der Stadt, durch Schaden klug gemacht, und wir hoffen, unserer Deutschheit unbeschadet tragen, ihnen aufstießen, zu beschimpfen, zu bedrohen und sie da- durch zlim theuren Ankauf einer Cocarde zu zwingen, deren sie immer welche bereit hatten, im Nothfall auch wohl ihre eigene vom Hut weggabell. Und nicht selten verurtheilten sie diese armeli Leute auch noch überdies zur Bezahlung einer Strafe von etlichen Boliteillen Wein um das Crimen contemtae nationis zu büßen. Ein anderes Erwerbsmittel war dies, daß sie in geringem Preis Assignaten eiilhandelten und solche ben Laudleuten, von denen sie Lebensmittel um baares Geld eingekauft hatten, aufdrangen. Jetzt ist der Bedrängte, der in einem oder dem anderen Fall einen Carabinier zum Zeugen hat, gerettet, denn der nimmt sich zuverlässig seiner an und weist nicht selten, wenn Worte nichts helfen, den Bedränger mit Ohrfeigen in die Schranken. Die Offiziers sind vortreffliche Leute, die größtentheils schon vor- der Revolution bei dem Regiment standen und nicht emig- riren wollten, und die Stellen der emigrirten Offiziers sind mit Leuten voll der ehemaligen Gensd'armerie besetzt, welche sich durch feine Lebensart auszeichnen. Sie verbergen ihren Abscheu an den französischen Greueln und dem Königsmord so wenig, daß man, was seit einiger Zeit bei uns nicht der Fall war, in kurzer Zeit so offen mit ihnen sprechen kann als ich an Ihrem Kamin mit Ihnen sprechen würde. Jede kleine Dienst- leistung, die sie verlangen, wird mit altfranzösischer Höflichkeit er- beten und mit Dank angenommerl.