30 schaft mit den Republikanern, das Revolutionsfieber gründlich ge- heilet. Dieses Mittels haben aber bisher unsere entlegenen Cöller- thaler Bauern entbehret, und da war es wohl nicht zu verwundern, daß bei den Bearbeitungen derselben durch die Clubisten von Saarlouis und einige inländische Bösewichter, bei dem nahen Bei- spiel in Lothringen und dem natürlichen Hang des Bauern zur Selbsthülfe sie sich bewegen ließen den gegenwärtigen Zeitpunkt zu benutzen und sich ihrer Meinung nach in den Vortheil zu setzen. Ein beträchtlicher Wald ist zwischen ihnen und dem Fürsten im Rechtsstreit zu Wetzlar. In diesem Wald wurde gewöhnlich Brenn- holz für die Dienerschaft und die übrigen Einwohner der Städte gehauen. Auch jetzt war dies geschehen, und nun ließen sich die Bauern beifallen den Besitz dieser Waldungen zu ergreifen, die Wegfuhre des gefällten Holzes mit Gewalt zu verwehren, und da ihnen die Bewachung desselben im Walde zu beschwerlich fallen mochte, so führten sie solches, viele hundert Ctafter, in ihre Wohn- orte. Wir waren dadurch in Verlegenheit und Holzmangel versetzt, unsere Einquartierung fror mit uns. Und die Armee vom gemeinen Soldaten und noch mehr die Armee von Generals, Oberoffiziers und Commissärs mit ihrem Anhang, welche der Billigkeit nach der gute Fürst von Saarbrücken mit Holz versorgen muß, empfand den Holzmangel ebenfalls. Aber kaum hatten die Franzosen die Ursache desselben erfahren, so wurden die verblendeten Cöllerthaler durch ihre vermeinten republikanischen Freunde vi armata ge- zwungen das Holz, das sie schon vier bis fünf Stunden weit nach Hans gefahren hatten, wieder und zwar allein hierher nach Saar- brücken zu liefern, wobei sie dem Gelächter der Stadt- und Land- lente und selbst der Franzosen ausgesetzt waren. Außer diesen Holzlieferungen find auch beträchtliche Lieferungen an Heu, Stroh und Hafer gemacht, und die Unterthanen mit Beifuhren baß geplagt worden. Allein dies bringt ja das große Uebel, der Krieg, so mit sich. Vor einigen Tagen ist ein Theil unserer Garnison auf eine für uns angenehme Art verändert worden. Das schöne Regiment Carabiniers oder Grenadier ä cheval ist von Luneville bei uns angekommen und wird, da es ein Reservecorps ausmacht, einige