29 Der Schinken- und Hühnerkrieg wird von unserer Garnison noch immer mit aller Energie geführet, und was ist dem Muth der Sansculottes zu hoch und zu tief, das er nicht erreichen könnte. — Nach den Kämpfen mit den gefiederten und beborsteten Erd- und Luftbewohnern haben sie nun auch den schuppigten Be- wohnern des Wassers den Krieg angekündigt. Alle Fischbehälter sind seit einiger Zeit erbrochen und ausgeleeret, beinahe alle Teiche zum Theil mit großem Nachtheil der Mühlen abgelassen oder die Dämme abgegraben und die Fische öffentlich geraubt worden. Diesen Unordnungen vermögen die Offiziers nicht zu steuern, wenn sie es auch thun wollten, da ihnen seit dem Tode des Königs nur gute Worte, Zuredungen und Bitten bei den Soldaten zu ge- brauchen erlaubt ist, welche aber selten etwas fruchten. Wie weit diese Unordnung geht, können Sie, mein Freund, ohne weiteren Beweis daraus abnehmen, daß ein Theil der Sol- daten des ersten Regiments, dessen Bravheit ich Ihnen gerühmt habe, das sich öffentlich als Vertheidiger des Eigenthums affichirte, jetzt der famosen Moseler Legion den Rang im Stehlen und in Unordnungen aller Art streitig macht; ob etwa nach dem republi- kanischen Gesetzbuch Schinken, Schweine, Gänse, Enten, Hühner, Fische rc. nicht zum Eigenthum gehören mögen? Nach verschiedenen Bewegungen zu urtheilen werden wir nächstens von unsern Güsten befreit, indem solche vorwärts gegen Zweibrücken oder Homburg abgehen sollen, weil die bösen Deutschen im Anzug sind. Glück zur Reise. Neunter Lrief. S. den 12. Merz 1793. Noch einen kleinen Nachtrag zu unserer inländischen Geschichte, mein Theurer! Meine Hoffnung hatte mich nicht betrogen. Bei unseren Städtern hat diö Universalmedicin, die nähere Bekannt-