16 sehen, um sich einen Begriff davon zu machen, wie mancher Poda- griste über das Steinpslaster durch die Straßen hinkte; wie mancher, den es in Pelzstiefeln und Schlafpelz mit der Federmütze auf dem Kopfe im warmen Studierzimmer fror, mehr Schattenbild als be- lebter Mensch, unter Regen und Schnee daher wankte und nur durch Zähnklappen für das, was er war, sich kenntlich machte. Da mußte man sehen, wie der Greis sich unter der Last einer Vogel- flinte beugte und im Dunkeln über die Straßen stolperte, um sich einen Begriff zu machen, was man von dieser Wache im Fall eines Angriffs, besonders durch die furchtbaren Casquets, zu erwarten gehabt hätte. Aber, werden Sie sagen, diese Leute gehören ja alle nicht zu der Wache. Freilich würde es an jedem andern Orte nicht geschehen sein. Aber in Saarbrücken, besonders in Saar- brücken in der gegenwärtigen Lage, ist so etwas gar wohl möglich. Ueberhanpt wollten bei dieser übel ausgesonnenen Sicherheitsanstalt manche vernünftige Personen einen Plan entdecken, der zur De- müthigung der fürstlichen Dienerschaft abzwecken sollte. Aber hier stand Cabale gegen Cabale. Jene erklärte standhaft, daß sie nur unter der ausdrücklichen Bedingung an dieser Sicherheitsanstalt Theil nehmen wolle, wenn jeder Einwohner ohne Ausnahme, die Patrouille in Person machen würde. Und dabei blieb es zum großen Aergernis mancher, die schon im Geiste ihre Knechte mit den Dienern des Fürsten in Freiheit und Gleichheit durch die Straßen wandeln sahen, und zum Gelächter des Publikums. Daß aber manche Jnconvenienzien dabei unterlaufen, werden Sie sich leicht vorstellen. Wie soll der Regierungsrath, der Beamte, der Medicus, der Wundarzt, der die ganze Nacht durch in der schlimmsten Witterung die Straßen durchlaufen hat, am Morgen Recht sprechen, seine Kranken besuchen? u. s. w. Wie der Lehrer Unterricht ertheilen? Gott behüte die Herren vor Schlagflüssen und Indigestionen! Nur zwei fürstliche Diener haben Muth genug gehabt sich dieser Lächerlichkeit nicht zu unterwerfen. K. R. St. und D. K. Ersterer erwählte das Beste und verreiste, letzterer, den man auf seine Weigerung in seinem Haus aufsuchte und zur Patrouille abholen wollte, klagte bei der Regierung und — blieb frei. Wahrscheinlich wird dieses Spiel nicht lange dauern. Er-