176 12er. Die 48er kämpften um den Pfaflemvald: 32 Compagnien stritten gegen eine gewaltige Übermacht. Erst als 2 Kompagnien der Leib- grenadiere (8. Reg.) einrückten, gelang es nach 6 Uhr, die Ecke zwischen Giflertwald und Rotem Berg zu nehmen. Es wurden 8 Geschütze auf den Roten Berg geschafft; aber auch dadurch konnte die feindliche Stellung noch nicht erschüttert , wer- den. — Heftig tobte der Kampf auch auf dem r. Flügel; nach Stieringen zu. Um 4 Uhr wurde die Goldene Bremm von den 74em und Wern erstürmt. Neun Bataillone der 6. Division (Regt. 8) 12, 62 und 3. Jäger) nahmen endlich den Forbacher Berg und zwangen die Franzosen zum Rückzüge nach Spi ehern. Als um 9 Uhr die 52er Stieringen erstürmten, trat das ganze Korps Frossard den Rückmarsch an. Die Deutschen verloren an Toten und Ver- wundeten 223 Offiziere und 4648 Mann (tot 48 Offiziere und 867 Mann), die Franzosen 249 Offiziere und 3829 Mann, davon über 2000 Ver- sprengte und Gefangene. Zu den Spicherer Höhen führen zwei Wege, ein be- quemerer Fahrweg zieht um den Berg herum; ein steiler führt an den eiugefriedigten Gräbern der 74er vorbei den Roten Berg hinan. Den steilen Abhang, den die 74er erstürm- ten, bezeichnen amFusse des Berges vier grosse Gräber. Etwas höher befindet sich ein mit eisernem Gitterwerk eingefasstes Grab. An den Kirschbäumen vorbei zu dem auf der Höhe befindlichen Denkmal der 74er, einem Obelisk mit den Namen von ungefähr 200 Gefallenen. Auf einem Feldwege gelangt man r. zu dem Denkmal der 39er, einer 18 Fuss hohen Marmorsäule; gegenüber dem Walde zu erhebt sich das 28 Fuss hohe Denkmal der 40er. Ringsum erblickt man die Gräber der Gefallenen; ganz in der Nähe umschliesst ein Grab 68 Deutsche und 29 Franzosen. Etwa 20 Schritte weit von den beiden Denkmälern übersieht man die ganze Ausdehnung der Bergreihe bis zu dem bei Forbach gelegenen Kreuzberge hin. Die weissen Grabkreuze bezeichnen den äusserst schwierigen Weg, den unsere braven Truppen todes- mutig hinansturmten gegen den wohlverschanzten Feind, der es gewagt hatte, den vaterländischen Boden zu betreten. Am Fusse der blutig erstürmten Höhen zieht sich die Grenze hin, die uns von unserm Erbfeinde trennte. Bei dem Beginn des Kampfes standen die Franzosen auf französischem, die Deutschen auf deutschem Gebiete, und über die Laudes- scheide hin flogen die männerverderbenden Geschosse. So hielt das deutsche Heer hier buchstäblich treue Wacht und wehrte dem übermütigen Feinde. Die Siege bei Wörth und Spichern waren das blutige Vorspiel zu den gewaltigen Kämpfen bei Metz. An der Saar hatte der Waffengang mit der stolzen französischen Rheinarmee begonnen; an der Mosel wurde ihr Schicksal wenige Tage darauf besiegelt.