174 das Dorf St. Arnual, mit 2300 Einvv. ; Wirtshaus bei Netmeyer und bei Bruch. St. Arnual war einst Sitz eines sehr reichen Chorherren- stiftes, aus dessen Vermögen noch viele wohlthätige Zuwendungen erfolgen. Sehr sehenswert ist die Stiftskirche aus dem Jahre 1315, Eintrittsgeld 25 Pf. (Man erfrage die Wohnung des Küsters L. Kempf,) Die Kirche ist im besten friihgotischen Stil erbaut und jüngst wie- der gut hergestellt. Bemerkenswert die Kanzel und der Taufstein und eine Anzahl Grabdenkmäler der Fürsten aus dem Hause Nassau- Saarbrücken ; die Denkmäler sind besonders für die Kostümkunde von Wert. — Von St. Arnual auf dem gleichen Wege zurück nach Saarbrücken oder über die Saarfähre nach Brebach, (Wirtsch. von * Kurte* und die « Ludwig sluat» und von dort nach St. Johann. Ein anderer naher Ausflug, der meist mit dem Besuch des Schlachtfeldes verbunden wird, hat den alten Exercierplatz und das Ehren thal zum Ziel. Von Saarbrücken aus in 20 Min. zur »Bellevue* mit Restauration, auf der Höhe des »Hahnen* ge- legen. Rechts von der Strasse der Exerzierplatz ; auf der der Stadt zu gelegenen Seite der »Lulustein*, vergl. S. 171. Von der ande- ren Seite Blick auf das Schlachtfeld, auf den Spicherer Berg, 1. davon der St. Arnualer Stiftswald, r. die Höhenzüge von Forbach, et- was näher der lothringische Ort Stir inge n - Wend ei mit seinen Hüttenwerken ; am Fusse der Berge, an dem Woge nach Stiringen- Wendel die »goldene Bremm». Von der »Bellevue* zum Ehrenthal auf der Landstrasse nach Slieringen-Wendel. Bald sehen wir rechts vom Wege ein kleines Thal, in welchem eine grosse Anzahl, etwa 160, der in der Spicherer Schlacht gefallenen, oder später in den Lazaretten Saarbrückens ge- storbenen Krieger ruhen. Schöne Denkmäler, besonders das des Generals von François, das der 53er und ein Marmordenkmal von Cauer aus Rom. Die Herstellung dieses 2—3 Morgen grossen Militär- friedhofes ist der Stadt Saarbrücken zu verdanken, die auch die In- standhaltung der Denkmäler und die Schmückung der Gräber über- nommen hat. Unter den Gräbern der tapfern Krieger ist seit dem 6. August 1886 auch das Grab eines heldenhaften Mädchens, der »8 c h u 1 z e - K a t h e r i n«, die während der Spicherer Schlacht un- erschrocken Erfrischungen bis in die Gefeehtslinie trug. Auf der St. Johanner Seite ist vor allem der Besuch des Stadt- waldes zu empfehlen mit seinen schattigen Gängen, die zum »Römerbrunnen*, einem lauschigen Waldplatz, führen — oder noch weiter nach Scheidt (Bahnstation) Wirtschaft von Hettrich, PU Std. von St. Johann. Ein weiterer Spaziergang führt durch den Stadtwald über Rentrisch, wo ein uralter, aufrecht stehender merkwürdiger Stein steht, nach St. Ingbert in der Pfalz (Bahnstation); Restauration Seiler. Auch durch das liebliche Qrumbachthälchen über »Seng- scheid« kann man nach St. Ingbert gehen. Eingang ins Thal bei der Station Bischmisheim und bis St. Ingbert 2 Std.; auf jeder Seite des Thaies ist ein Weg. Als lohnendster Aussichtspunkt auf der St. Johanner Seite ist der Schwarzenberg zu empfehlen. Weg an Heckeis Seilerbahn vorbei bis zum Saume des St. Johanner Stadtwaldes, von hier rechts abbiegend zur Höhe hinan, auf deren Spitze eine Baumgruppe mit alten Mauerresten steht. Die Aussicht ist noch umfassender als von dem Winterberge. Wer in der Umgebung etwas von dem grossartigen Berg- und Grubenbau sehen will, dem sei der Besuch der Grube von der Heydt empfohlen. (Omnibus täglich 815 Vm. uijd 21S Nm., Abfahrt von der Restauration Qrischy in der Reichsstrasse.) Weg am besten durch Malstatt nach dem sogenannten »Rastpfuhl* (Rest. Hemberg), 1V2 Std. auf der Chaussee nach Riegelsberg, dann links ab-