166 Einw., ehemals Pachta, ohne Zweifel zur Römerzeit der be- deutendste Ort an der Saar, nach einer dort aufgefnndenen Inschrift Coloni Crutisiones genannt. Die Fundamente eines Castells, weitläufige Fundamente anderer Bauten, viel römische Münzen und römische Gerätschaften geben Zeugnis von der Bedeutung des Ortes in alter Zeit. Die Bahn durchschneidet die von dem Hochwalde zur Saar führende Strasse und nähert, sich Dillingen au der Prims, dem grössten Nebenflüsse der Saar. Bahnhof, 57 km, 183 m. Dillingen ist als Fabrikort wichtig, namentlich für die Herstellung von Panzerplatten; bedeutendes „Hüttenwerk, 1685 gegründet, mit 2200 Arbeitern und vielen Öfen. Von dem nahen Allerheiligenberg eine schöne Aussicht ins Prims- und Saarthal. Die Bahn überschreitet die Prims und zieht sich in der Thalebene am Fusse der Hügelreihe r. von der Saar hin. Gegenüber erhebt sich der 358 m hohe L i m b e r g, von Wald umgeben; am Fusse desselben auf dem 1. Saar- ufer das Dorf Niederlimberg, in geringer Entfernung davon Waller fangen (1.) [Walderfinga], alter Ort, bis zum Bau der Festung Saarlouis eine befestigte lothringische Stadt, deren Wohlstand sprichwörtlich war, besonders gehoben durch die Ausbeute des am Limberg vorkommenden Azursteines (Lapis lazuli). Die Stadt war lange Sitz einer der drei Hauptbalieien Lothringens und eines reichen Augustimr- klosters. Als 1688 3/4 Std. von Wallerfangen die Festung Saarlouis gebaut wurde, mussten die Bürger zu Gunsten der neuen Stadt ihre Wohnungen aufgebeu und nach Saarlouis ziehen. Wallerfangen wurde dann 1687 zerstört, nur das Augustinerkloster blieb stehen. Später erstand der Ort wieder und hat jetzt durch die grosse Fayence-Fabrik von Villeroy u. Bock wieder einige Bedeutung erlangt. Schloss mit hübschem Park; die Umgebung ist recht anmutig. Während des Baues der Festung Saarlouis entstand südlich von Wallerfangen der Ort Beaumarais, jetzt 950 Einw. Die Bahn berührt 1. den grossen Ort Roden, 4200 Einw. Der nächste Bahnhof ist bei dem Dorfe Fraulautern (r), [Lutra], 61 km, 183 in, Bahnhofshotd; Dehergt; zunächst im 10. Jahrh. erwähnt, war seit dem 12. Jahrh. der Sitz eines reichen Frauenklosters, das erst 1794 aufgehoben wurde. Die 1739 erbaute Klosterkirche ist seit 1818 Pfarrkirche. Die Abtei wurde in eine Blechfabrik umgewandelt, die jetzt über 500 Arbeiter beschäftigt. Fraulautern hat zur Zeit