147 Ladmirault die Kavallerie links von Mars-la-Tour gegen die erschöpften deutschen Infanterie-Regimenter losbrechen. Ihr wirft sich die deutsche Reiterei (13. u. 19. Dragoner, 4. Kürassiere, 13. Ulanen, hinter diesen die 16. Dragoner und 10. Husaren entgegen. Die Erde dröhnt unter den Hufen von 6000 Rossen. Doch wirft die deutsche Reiterei die französ. zurück. Es war die grösste Reiterschlacht im ganzen Kriege. Nach 7 Uhr befahl Prinz Friedrich Ka rl, der von Vlon- ville die Schlacht geleitet hatte, ein allgemeines Vorrücken. Es konnte nicht mehr viel geschehen. Die beiden Heere standen während der Nacht einander dicht gegenüber. Erst am Morgen wichen die Franzosen auf Qravelotte zurück. Die Schlacht von Mars-la-Tour hatte 12 Stunden gedauert und war eine der blutigsten des ganzen Krieges. Die Franzosen hatten 138 000 Mann und 476 Geschütze, die Deutschen 67 000 Mann und 222 Geschütze in den Kampf geführt; an Toten und Verwundeten hatten jene 879 Offiziere und 16128 Mann, diese 711 Offiziere und 15079 Manu. Das 3. Armeekorps hatte allein 310 Offiziere und 6700 Mann verloren. Der grosse Erfolg der Schlacht lag darin, dass die Fran- zosen einen ganzen Tag länger zurückgehalten wurden und die Deutschen so Zeit gewannen, alle Truppen herbeizuziehen und nach Norden vorzuschieben. Zum Besuch des Schlachtfeldes von Gorze über die Grenze nach Les Baraques und nach Mars-la-Tour. Vor Gorze linksauf dem Friedhof mehrere Soldatengräber und ein Denkmal des40. Reg. In Mars-la-Tour sind mehrere Denkmäler: das Mau- soleum der Franzosen, in dem die Gebeine aller in der Nähe vor- handenen Einzelgräber gesammelt sind, Eintrittsgeld 40 Pfg. Rechts von dem Flecken bezeichnet das gemeinsame Denk- mal des 1. und 2. Garde-Dragoner-Regiments auf dem Fried- hofe die Stelle, wo der berühmte Todesritt begann. Etwas 1. von der Strasse nach Yionville sind die Denkmäler des 1. Garde - Dragoner - Regiments und der 16er. Die Franzosen haben ihren Gefallenen in dem nordwärts gelegenen Bruville ein hübsches Denkmal gesetzt. Das erste Denkmal in der Nähe von Yionville ist links vom Wege am Saume des Wäldchens, schon auf deutschem Boden. Es ist das Denkmal des oldenburgischen Infanterie- Regiments 91, von hübschen Anlagen umgeben. Dicht vor dem Orte steht r. von der Chaussee das schöne Denkmal der 12. Infanterie-Brigade (Reg. 24 und 64), ringsum wieder Massen- und Einzelgräber. Auf der andern Seite des Dorfes erhebt sich das Denkmal der 35er und eine kurze Strecke weiter das der 20er. In einer halben Stunde gelangt man von Yionville nach Rezouville. Am Wege zwei ungeheuere Grabhügel, jeder mehr als 200 Schritt im Umfange. Der eine birgt die Gebeine aller am 17. August noch aufge- fundenen gefallenen^ Deutschen und Franzosen, der andere die in der grossen Reiterschlacht gefallenen Pferde. An der alten Römerstrasse, l'/2 km nordwärts von Rezouville stehen 10*