146 du jour) hin und zurück 6 km; von Gravelotte nach Yer- neville 5 km, Amauweiler 5 km, nach St. Privat zum Aussichtsturm und zurück 6 km, ira ganzen also 9 bis 10 Std. mit dem nötigen Aufenthalt. Wer den Besuch bis über die französ. Grenze nach Mars-la-Tour ausdehut, oder Abstecher zu den abgelegenen Denkmälern machen will, wird freilich mehr Zeit nötig haben. Die deutsche Heeresleitung betrachtete als ihre Hauptaufgabe, Bazaine die Strasse von Metz nach Verdun zu verlegen und ihn so in Metz einzuschliessen. Da die Franzosen versäumt hatten, südlich von Metz die Brücken über die Mosel abzubrechen, konnte ein grosser Teil des deutschen Heeres in der Nacht vom IS. zum 16. Aug. den Fluss überschreiten, voran das 3. Korps bei Corny, weiter südlich folgten das Gardekorps, das 9., 12., 8. und 7. Korps, weit zurück endlich das 2. Korps. Bazaine wählte zum Abzüge aus der Festung die Strasse über Gravelotte, die weiter geradeaus nach Mars- la-Tour führt. Diese Strasse zu gewinnen, war die nächste Auf- gabe der Deutschen ; sie bildet die Mitte des Schlachtfeldes. Sie zu fassen, wurde das 3. und 10. Korps bestimmt, die das 9. unterstützen sollte, ferner die 6. und 6. Kavallerie-Division. Bei Rezonville lagerten 3 französ. Korps, etwas zurück die Garde, ein viertes Korps war im Anmarsche. Den Anfang der Schlacht machte um 9 Uhr die Kavallerie, indem sie französ. Reiterei hei Tronville überraschte und in die Flucht jagte. Durch das unbe- setzte Waldthal von Gorze her rückte die 5. Division (8., 48., 52. und 12. Reg. und die 3. Jäger) vor, erstiegen die Hochfläche und be- gegneten einem heftigen Widerstande. Die Verluste waren unge- heuer. Die 6. Division (20., 36., 24., 64. Reg.) bewegte sich von Tron- ville her gegen Vionville, das, wie später auch das kleine Fla- vigny gegen ll*/3 Uhr nach wildem Kampfe genommen wurde. Das 3. Korps stand in "einer fast eine Meile laugen Linie gegen eine be- deutende Übermacht. Die ö. Division konnte zwischen Gorze und Rezonville nur wenig Boden gewinnen; sie hatten Mühe, die Uehermachtabzuwehren; auch die Verstärkungen durch das 10. Korps (78., 66., 79. Reg.) und durch Teile des 8. Korps (40. und 72. Reg.) und durch das 11. Reg. änderten an dem Stande der Schlacht nichts; alle litten furchtbar. Noch ernster wurde die Lage auf dem 1. Flügel der Deutschen, wo die Franzosen unter Ladmirault eine Umgehung versuchten, während Can rot ert von der Römerstrasse, die sieh in gerader Linie hinter der Hauptstrasse an einem Wäldchen entlang zieht, auf Vionville vorrückte. Auf der Römerstrasse stand die französ. Artil- lerie. Um diese zum Schweigen zu bringen, warf der Führer des 3. Korps, v. Alvensleben, die Reiterhrigade v. Bredow (Küras- sierreg. Nr. 7 und das Ulanenreg. Nr. 76) im ganzen 800 Manu gegen sie vor. Es war der bekannte „Todesritt“, den Freiligrath in seinem Gedicht, „die Trompete von Gravelotte“ verherrlicht hat. Von der von neuem vordringenden feindlichen Übermacht wurden die Deutschen wieder über die Chaussee zurückgedrängt. Die Dörfer Tronville und Vionville waren in Gefahr, wieder verloren zu gehen, als das 3. Korps gegen 4 Uhr durch die 20. Division (Reg. 56, 79, 17, 92 und 10. Jäger) Hilfe erhielt. Die 38. Brigade (Reg. 16 und 57) wendet sich nördlich gegen die weit vorgerückte Umgehungs- linie des Feindes; sie dringt vor bis zu einer 60 Fuss tiefen Fels- schlucht, wo sie von der Uehermacht fast aufgerieben wird. Um den vordringenden Feind aufzuhalten, opfern sich vor Mars-la-Tour die Gardedragoner unter dem Obersten v. Auerswald. Da lässt