148 St. Privat für die Gräber in St. Privat, Amanweiler, Marie- aux-Chenes und Yerneville.*) Das Schlachtfeld von Colomb e j-Nouilly und von Noissevilie. Das Schlachtfeld, auf der r. Moselseite, östlich von Metz gelegen, ist bequem zu erreichen. Nach dem Hauptorte Noisse- vilie zweimal täglich Omnibusverbindung. Eine Wanderung von Noissevilie über Servigny und Colombey nach der südl. gelegenen Eisenbahnstation Peltre erfordert 4 Std. Von Metz aus wählt man am besten den Weg durch das deutsche Thor über Plantieres nach Borny, 4 km, auf dessen Gemarkung sich die Schlacht besonders bewegte, und von dessen höchstem Punkte, der Plattform des Schlosses, man am besten das ganze Schlachtfeld übersehen kann. Marschall Bazaine hatte beschlossen, mit der französ. Rheiu- armee, aus 4 Corps und den Garden bestehend, Metz zu verlassen und auf der Strasse nach Verdun abzuziehen. Moltkes Plan war, ihn daran zu verhindern und ihn in Metz festzuhalten. Zu dem Zwecke suchte der Hauptteil der Deutschen auf dem 1. Flügel süd- lich von Metz die Mosel zu überschreiten, um dann westl. von Metz den Feind im Rücken zu fassen. Der rechte Flügel, von Stein- metz geführt, bewegte sich der Mosel unterhalb Metz zu. Hier ent- brannte zuerst der Kampf. Als General v. d. Goltz die Gewissheit hatte, dass die Franzosen über die Mosel hin abzogen, beschloss er, um sie festzuhalten, mit seiner Infanterie-Brigade (26. des VII. Corps) den Angriff gegen die Nachhut. Alle noch auf dem r. Moselufer be- findlichen französ. Truppen machten bei dem Schall des ersten Kanonendonners sofort Front und rüsteten sich zum Angriff. Ihre Schlachtlinie erstreckte sich über Grigy, Borny, Ge- höft Belle-Croix bis nachMey. Fast 2 Corps und das Gardecorps waren noch auf dem r. Ufer. Die Stellung war vortrefflich gewählt und durch Reihen von Schützengräben befestigt. Die Dörfer Nouilly, Lauvallier, La Planchette, Montoy, Colombey und Schloss Aubigny waren vorgeschobene Posten. Die beiden letz- teren Punkte wurden durch die oben erwähnte Brigade (15. und 55. Regt, und das 7. Jäger-Bataillon) nach kurzem, blutigen Kampfe genommen. Die inzwischen bei Belle-Croix aufgefahrene französ. Artillerie hinderte vorläufig ein weiteres Vordringen. Die Brigade schob sieh, um nicht umgangen zu werden, nordwärts bis La Plan- chette vor und erhielt endlich nach einstündigem verlustreichen Kampfe Unterstützung durch die Regt, 13 und 73, welche die sogen. Totenallee nahmen und das Tannenwäldchen besetzten, ohne weiter Vordringen zu können. Da kamen von Norden her Teile des I. Corps unter Manteuffel zu Hilfe. Die 44er vertrieben die Franzosen aus Nouilly nach Mey; die Regimenter S, 4, 43 und das 1. Jäger-Ba- taillon nahmen nach heissem Streit Lauvallier. Ein weiteres Vordringen war nicht möglich, da der Feind immer neue Kräfte ent- faltete. Erst als die deutsche Artillerie von der Brauerei L’ Am i t i e westlich von Noissevilie Luft machte, nahmen kurz vor 7 Uhr die 1. und 18. Division die Höhen von Colombey und La Plan- *) Zu empfehlen ist auch, namentlich zur Auffindung der ein- zelnen Kriegerdenkmäler: Wilhelm Bussler, die Kriegerdenk- mäler um Metz; ferner die vortreffliche „Karte der deutschen und französischen Denkmäler und Kriegergräber auf den Schlachtfeldern um Metz,“