185 reicher Ersatz aus Deutschland, so dass die frühere Einwohnerzahl schon längst wieder erreicht ist. Gang durch die Stadt. An Sehenswürdigkeiten steht Metz den andern grossen Moselstädten nach. Der Kaiser Wilhelmsplatz mit dem Kaiserdenk mal und der Esplanade bildet neben der Kathedrale das wichtigste, was der Fremde als eigenartig für Metz zu be- suchen nicht versäumen darf. Wer mehr Zeit auf den Be- such der Stadt zu verwenden bat, wird ausser dem Er- wähnten noch manches interessante Bauwerk der Stadt in nähere Betrachtung ziehen. Beginnen wir unsern Rundgang vom Hauptbahnhof, so gelangen wir durch das Bahnhofsthor in die Stadt. Vor dem Eintritt in das Thor haben wir 1. die grosse Kaserne Prinz Friedrich Karl. Durchschreiten wir das Thor, so sehen wir vor uns die breite Römer-Allee, an deren Anfang 1. die Kaiser Wilhelms-K aserne, r. Privathäuser, etwas zurückgelegen der Bischofspalast. Gleich hinter der Kaserne beginnt der herrliche Kaiser- Wilhelmsplatz mit der Esplanade, die bis zu dem Mosel- arme reicht und durch ihre Grösse und Schönheit zu einer Berühmtheit geworden ist. Sie ist der Stolz der Metzer. Prächtige Alleen von Kastanien und Linden schliessen die schönsten Blumenbeete, wohlgepflegtes Buschwerk und üp- pige Rasenflächen ein. Den Hauptanziehungspunkt des Platzes bildet das herrliche Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I,, von Professor v. Miller in München ge- schaffen und 1892 enthüllt. Eine hübsche Zierde für den Platz ist auch die Brunnennymphe von Ck. Petre. Etwas weiter zurück steht das 1855 errichtete Denkmal des Mar- schalls Ney (geboren 1769 in Saarlouis, 1815 standrechtlich erschossen). In dem nordöstlichen Teile der Esplanade einige Tierfiguren von Fratin. desgleichen in dem anstossenden Bouffiergarten. Die Esplanade ist von schönen Gebäuden umgeben. Links von der Kaiser Wilhelmskaserne ein Zeug- haus auf dem Boden der ehemaligen Citadelle, die 1562 er- baut und 1802 niedergelegt wurde; sehenswert noch die alte Tempelherrenkapelle mit Glasmalereien und Wandge- mälden. Am nordwestl. Ende des Platzes, dem Kaiserdenk- mal gegenüber steht der Justizpalast, 1668 als Gouver- nements-Gebäude erbaut, seit 1802 Gerichtsgebäude. Die Esplanade fällt im Nordwesten steil zu dem Moselarm ab; von der Rampe ein prächtiger Blick auf das Moselthal und das gegenüber ansteigende Gelände; die meiste Aufmerk- samkeit zieht der gewaltige St, Quentin mit der Feste Friedrich Karl auf sich.