122 Giebel Sol, darunter einen Jüngling mit Greifen, eine Warenbeförde- rung durch Maultiere, im Hauptfeld Masken von Windgöttern, ferner den Tierkreis, die Apotheose des Hercules ; unter dem Hauptfelde ein Schiff, das eben vom Lande abstösst und Warenballen, Tritonen mit Seetieren kämpfend und Warenbeförderung zu Schiff. — Ara besten erhalten ist die Westseite: im Giebel Mars und Rhea Silvia; darunter ein Wagen auf der Fahrt ; Darbringung von Abgaben, Wild und Fischen ; das Hauptfeld zeigt zwei Gruppen : oben Perseus, die Andromeda befreiend, unten Hercules, die Äpfel der Hesperiden holend; im untersten Felde ein Wagen, Schiffzieher, die mit An- strengung beladene Schiffe ziehen. Von dem Denkmal führt ein Pfad zur Kirche hinan ; von hier herrliche Aussicht, besonders bei Abendbeleuchtung. Wer Wasserliesch, die Reiniger Kapelle und die Igeler Säule von Trier aus besucht, was gut in einem halben Tage geschehen kann, benutze von Igel aus die Luxemburger Bahn zur Rückfahrt nach Trier über Karthaus. Wem noch Zeit zur Abfahrt übrig bleibt, wandere auf der Chaussee, die neben der Bahn hinführt moselauf- wärts und erfreue sich an dem herrlichen Landschaftsbilde, das hier erst die Sandstein-, dann die Kalk- und Gipsfelsen auf dem 1. Ufer, sowie der steile Abhang des Reiniger Berges gegenüber bilden. Gips und Kalk werden in einzelnen Gruben gebrochen; die Abhänge unter den eigentümlich gestalteten und kahlen Felsen tragen Wein- stöcke. In einer kleinen Stunde erreicht man auf diesem Wege die Sauer (Sure), welche die Grenze zwischen Preussen und Luxemburg bildet. Wasserbillig (L), 15 km, Wirtsch, bei Reinhard, der erste Ort im Luxemburgischen, an der Sauermündung ge- legen, ist Knotenpunkt für die im Sauerthal aufwärts füh- rende Prinz-Heinrich-Bahn nach Echternach und D i e - kirch und für die Bahn nach der Hauptstadt Lu xemb urg. Der Besuch eines Teiles des Grossherzogtums Luxemburg ist von Trier aus sehr zu empfehlen. Die Hauptstadt, höchst merk- würdig durch ihre Lage und Bauart, lockt ebenso wie die wunder- baren Felsenthäler in der Nähe von Echternach und vom Grund- hof, wo die sogen, »sieben Schlüffe« die Bewunderung aller Wanderer erregen, auch solcher, die die Alpen kennen. Die Fahrt auf der Prinz-Heinrich-Bahn im Sauerthal erfreut durch eine Reihe anmutiger Landschaftsbilder. Bei Echternach ist ein Besuch der Wolf schlucht und des Aesbach thaïes, sowie des Müller- thaies sehr zu empfehlen. Auch in Bollendorf, der zweiten Station hinter Echternach, mache man Halt und unternehme von hier — Gasthaus und Sommerfrische von Barreau \ Hauer — Aus- flüge in die herrliche Umgebung.*) Nehmen wir nun nach diesem Ausflug ins Luxemburg- ische unsere Eisenbahnfahrt im Moselthal von Wasser- liesch wieder auf. Gegenüber sieht man die Gips- und die Kalkberge, darunter die Weinanlagen ; auf der r. Flussseite steigt der Höhenzug mächtig auf und giebt durch seinen bewaldeten Abhang ein hübsches Bild. Die Bahn durch- schneidet das Dörfchen Oberbillig (r.), gegenüber die Mündung der vielgewundenen Sauer und Wasserbillig, der erste luxemburgische Ort, den wir von der Bahn •) Empfohlen sei: H. Lordong, Führer durch Echternach und seine Umgebung. Mit Bildern und 1 Karte. (Trier, Verlag v. Heinr. Stephanus.) M. 0.80.