120 — Einw. und ist durch die ausgedehnte Maschinenwerkstätte der Eisenbahn und den lebhaften Zugverkehr sehr gewachsen. — Durch die dein Bahnhöfe gegenubergelegene waldige Schlucht führt ein Weg auf die Höhe zur Forst- hütte, einem beliebten Ausflugspunkt der Trierer. Hinter Karthaus bleibt die Bahn noch eine ziemliche Strecke von der Mosel, bis sie sich bei dem Dorfe Gonz (s. w. u.) der Saar nähert und diese unweit ihrer Mündung in die Mosel auf einer Eisenbrücke überschreitet. Rechts von der Brücke sieht man unterhalb der Saarmündung die aus Saudsteinquadern erbaute Moselbrücke für die Luxem- burger Bahn und für die Nebenbahn C onz-T rier-Ehrang. L. von der Eisenbahnbrücke über die Saar die Brücke für den Wagenverkehr, die sogen. Conzer Brücke, ein uralter Übergang über den Fluss, mit Grundpfeilern wahrscheinlich aus der Römerzeit; in ihrer gegenwärtigen Gestalt stammt sie aus dem J. 1782. Die Ebene, die sich in dem Dreieck zwischen Mosel und Saar hier ausbreitet, ist geschichtlich merkwürdig als das Schlachtfeld der am U. August 1675 hier geschlagenen Schlacht an derConzer Brücke, sogenannt, weil der Kampf mit einem Angriff auf die Brücke begann, sich dann auf der Ebene fortsetzte und endlich mit einem glänzenden Siege des kaiserlichen Feldherrn Grana über die Franzosen schloss. Anführer der letzteren war der Marschall Crequi. Den Ausschlag gab ein kühner Angriff Granas von dem Höhenrücken her, der unmittelbar aus der Ebene aufsteigt und auf dessen äusserstera Vorsprunge das zum Andenken an die Schlacht 1892 errichtete Granadenkmal steht, ein mit einem Adler gekrönter 6 m hoher Obelisk*). Die Höhe ist auf einem bequemen Wege von Conz aus, oder auch vom Wasserliesch, dem nächsten Bahnhofsorte, aus zu erreichen. Oben eine lohnende Aussicht auf das breite Trierer Thal und auf die Saarmündung. Rechts von der Bahn, dicht an der Mündung (r.) liegt das Dörfchen Reinig, gerade Igel gegenüber; bald hält der Zug in Wasserliesch (r.), 11,9 km, grosses Pfarrdorf mit 1000 Einw. Gasth. Wwe. Schmitt. Der Ort wird oft von Trier aus besucht zur Besteigung des ReinigerKapellenberges und zum Besuch der berühmten Igeler Säule in Igel. Der AVeg zum Kapellenberge führt erst über Feld, dann durch Wald an den sogen. Stationen steil hinan und endlich auf die Hochfläche, die eine unvergleichliche Aussicht auf das Trierer Thal, auf das Saarthal, wie auf die Obermosel und die schönen Ufer gewährt. Die Fläche ist eben und nach allen Seiten scharf abgekantet. An der Nordseite steht eine uralte Kapelle, von den meisten Punkten des Trierer Thaies sicht- *) Eine eingehende Schilderung der Schlacht und ihrer Bedeu- tung enthält das Buch von Janke, Belagerungen der Stadt Trier von 1673—75 und die Schlacht an der Conzer Brücke, Trier 1890.