119 — £as Moselthal von Trier bis Metz. Der Oberlauf Ider Mosel von Trier bis Metz entbehrt nicht der Schönheiten und der anmutigen Bilder ; wer jedoch den Reichtum an Naturschönh eiten an der Untermosel und im Mittellauf kennen gelernt hat, findet hier bestätigt, dass der Reiz der Mosellandschaft nach der Mündung hin zu- nimmt, und dass oberhalb Triers die Mannigfaltigkeit lang- sam schwindet. Der Fluss ist schmäler und flacher, die Ufer werden sanfter, die Weinberge an Ausdehnung geringer ; der anmutige Wechsel zwischen Wald, Lohhecke und Weinberg wird seltener. Das Thal wird auf dieser Strecke, besonders von der Mündung der Sauer ab, denn auch seltner von Wan- derern besucht, die in Müsse den vollen Eindruck der lieb- lichen Landschaft gewinnen wollen. Von dem dahineilenden Eisenbahnzuge aus wird rechts und links aufgenommen, was sich allerfreueud darbietet, und nur an einzelnen Orten wird die Fahrt unterbrochen, um einen durch römische Altertümer ausgezeichneten Punkt aufzusuchen. Wir verlassen Trier mit einem Zuge vom Hau ptba bu- ll of aus. Durch einen oft überbrückten tiefen Einschnitt er- reichen wir die Vorstadt Löwenbrücken, wo eine Halte- stelle ist, 2 km, fahren dann an St. Matth ias vorüber (r.) dem sich das kleine St. Medard anschliesst, wo wir nach rechts hin den Blick auf den Fluss und die weite Ebene werfen können, die durch den dicht bewaldeten Höhenzug begrenzt ist. Wo sich in dieser Bergkette das erste Seiteu- thal öffnet, sehen wir das Dorf Euren mit dem schlanken Kirchturm. Der Ort ist ein beliebtes Ausflugsziel für die Trierer, nicht minder das waldige Thal hinter dem Dorfe. Links von der Bahn Weinberge. Am Abhange das Dorf Feyen (r.) Gleich hinter dem Dorfe erreicht die Bahn die Mosel; gegenüber sieht man auf der Eureuer Flur den grossen Exerzierplatz der Trierer Garnisou, 1. einen Teil des Mattheiser Waldes. Auf der 1. Flussseite bald darauf das hübsche Gut und Schloss M o n ais e, ganz von hohen Bäumen eingeschlossen, und dann das kleine Dörfchen Oberkirch, am Fusse des linken Uferrandes das Dorf Zewen, von Obst- hainen umgeben. Der Zug hält-in Karthaas (1.) 7 km, Knotenpunkt der Bahnen Trier, Metz, Luxemburg und Saarbrücken. Gasth. zürn Bahnhofe. Den Kamen hat der Ort von einem ehemaligen Karthäuserkloster, dessen Kirche, dem Bahnhof gegenüber gelegen, lange Zeit Ruine war, bis sie 1884 die Franziskanerinnen wieder aus- bauten, jetzt stattlicher Bau im Barockstil. Der Ort. mit dem nahen Dörfchen Merzlich verbunden, hat jetzt über 1000.