106 Blöcke, sowie nur der eine vollständige (westliche) Turm verraten, dass der Bau unvollendet gehliehen ist; dennoch macht er durch die drei Stockwerke, die breiten Gesimse, die Bogenfenster, Pilaster und Halhsäulen einen grossartigen Eindruck. Die untere Thorahteilung hatte an der südöstl., wie an der nordwestl. Seite einen eigenen Eingang und war von den übrigen Teilen des Baues getrennt. Der Gang im Zwischenhau nach der Landseite hatte auch den Zweck, dass die Fallthüre oder die Gitter, womit die Thorhogen geschlossen wurden, in die Höhe gehoben werden konnten. Erstürmte der Feind wirklich den Eingang durch die Bogen, so kam er in den 16 m langen und 7 m breiten Innenhof, das eigent- liche propugnacnlum, und geriet hier, da der Weg nach der Stadtseite verrammelt war, und aus den oberen Stockwerken sich alle Geschosse auf ihn entluden, in eine sehr gefährliche Lage. An der West- und Ostseite sieht man noch die Stellen, wo die römische Ringmauer anstiess, und auf der Westseite die auf den Wall führende Thür. Die jetzt noch im Westen sich fortsetzende Mauer rührt aus dem Mittelalter, steht je- doch auf römischen Fundamenten. Die Entstehungszeit des Thores ist nach den neuesten Ausgrabungen mit ziemlicher Sicherheit festgestellt, wahrscheinlich ist es um 300 n. Ohr. gebaut worden. An dem östlichen Turme sieht man oben einen steinernen Ausbau. Hier wohnte in freiwilliger Abgeschiedenheit von 1028—1035 ein vom Sinai hergewanderter griechischer Mönch, mit Namen Simeon; als dieser 1041 heilig gesprochen wurde, wandelte der Erzbischof Poppo, zu Ehren des Heiligen das Thor in eine Doppelkirche um, die bis 1794 bestanden hat. Zur Vergrösserung derselben wurde später, wahrscheinlich am Ende des 12. Jahrh. an der Ostseite die noch jetzt stehende Apsis angebaut. Der untere Teil des Thores war verschüttet. Zum ersten Stockwerk der Kirche für das Volk führte eine breite Treppe von der Stadtseite her; eine schmale Treppe führte zum obern Stockwerke der Kirche für die Stiftsherren. Der Westturm war durch einen roma- nischen Turm geschmückt. Die Wände des inneren Hofes lassen noch jetzt den ehemaligen kirchlichen Zweck des Baues erkennen. Schon Napoleon fasste den Gedanken der Freilegung des alten Thores; doch erst unter preussischer Herrschaft i. J. 1817 kam der Plan zur Ausführung. Alle späteren Zuthaten wurden mit Ausnahme der Apsis entfernt, 1876 auch der untere Teil bis auf die römische Strassensohle hlossgeiegt, weshalb das Thor wie alle römischen Bauten Triers in einer Mulde liegt. Im Laufe der vielen Jahrhunderte haben Berg-