— 96 Genofevenhaus und verlegt die bekannte Sage hierher, wie die Ge- nofevahöhle in den Pfalzeler Wald. Doch hat weder eins noch das andere den geringsten geschichtlichen Anhalt. Durch die Thalebene wandert man in ‘/s Std. von Pfalzel zu dem am Fasse des hohen Thalrandes r. gelegenen Dorfe Biewer (1.) [Bevera]; Haltestelle der Nebenbahn Ehrang- Trier-Couz. Aus dem engen Seitenthale, das weiter zu- rück sehr anmutige Landschaftsbilder zeigt, fliesst ein kleiner Bach zur Mosel. — Der Thalrand oberhalb Biewers ist seit lauge als Steinbruch benutzt worden; die zerklüfteten roten Felsen bilden einen angenehmen Gegensatz zu dem tiefen Grün der Moselwiesen zu ihren Füssen. Links vom Wege liegt eine kleine Kapelle, zu St. Jost, neben welcher früher ein Siechenhaus stand. Wo der Steinbruch beginnt, landein- wärts durch hohe Felsen geschützt, ein Weinberg, der „Augenscheine!'“ genannt, weil er den Mönchen des gegen- überliegenden Klosters „St. Marien“ stets in die Augen fiel. Das Kloster, angeblich 398 auf römischen Grundmauern er- richtet, wurde 1805 aufgehoben und das Gebäude nach Ab- bruch der schönen Kirche zu Militärzwecken verwendet. Gegenwärtig die Wohnung des Generals der Trierschen Division. In den zackigen Felsen über dem genannten Wein- berge wird die schwer erreichbare Klause des hl. Hierony- mus gezeigt, des berühmten Bibelübersetzers, der hier 359 gewohnt und in Trier studiert haben soll. Die Mosel nähert sich immer mehr d&m hohen Felseurande 1., der mit einem schönen Walde gekrönt ist. Ihm zu Füssen liegt, eng zu- sammengedrängt im Schutze der gewaltigen Felsmassen, das Dörfchen Pallien (1.) [Palioua], das schon zu den Vorstädten Triers zu zählen ist; auf dem Höhenrande drei sehr besuchte Garten- wirtschaften mit prächtiger Aussicht auf die Stadt und auf das Thal. Pallien, wo auch eine Haltestelle der Nebenbahn ist, verbindet eine vielbenutzte Fähre mit der Vorstadt Zur- lauben (r.). Die Dampfboote legen weiter oberhalb an in der Nähe der uralten Moselbrücke. Wir sind in Trier, dem Mittelpunkte des gesegneten Moselthales. Tie Moselbahn von Cochem bis Trier. Wir haben S. 38 bis S. 72 die Moselbahn, eine der merkwürdigsten Bahnen Deutschlands, von 0oblenz bis Cochem verfolgt, weil sie fast auf der ganzen Strecke auf der 1. Flussseite herläuft und sich seinen Windungen an- schmiegt. Erst da, wo die Krümmungen zu bedeutend