92 die Hexen der ganzen Umgegend zu nächtlichem Ritt und Tanz zusammenfindeu. Von Longuich führt ein yielhegangener Weg über die Höhe durch Wald ins Ruwerthal und dann nach Trier. Erst durch Obst- alleen ansteigend mit reizenden Rückblicken aufs Moselthal, dann durch Laubwald; besuchenswert die wenige Minuten vom Weg ab- gelegene Mineralquelle, an schattiger, durch Anlagen verschönerter Stelle; dann über Feld und zuletzt ziemlich steil hinab zum Ru- werthale. Stromaufwärts vou Longuich liegt der kleine Ort Kirsch (r.), in Urkunden aus dem 7. Jahrh. Cressiacum genannt, jetzt mit Longuich eine Gemeinde bildend. Auf der 1. S. führt von der Longuicher Fähre ein be- quemer Pfad durch die wohlhestellten Weinberge, beste Lagen der „Herrenberg“ und Jakohsberg.“ — Die beiden hohen Uferränder treten hier ziemlich nahe zusammen, r. der Angelberg, das Moselbett noch einmal einengend, um gleich darauf weit auseinander zu treten, das breite schöne Trierer Thal bildend, an dessen Rand wir jetzt gelangen. Das Trierer Thal, 20 km lang, au der breitesten Stelle 4 km breit, ist in der Urzeit wahrscheinlich ein grosses Seebecken gewe- sen, durch welches die Mosel floss. Der Abfluss lag damals aber nicht zwischen Schweich und Kirsch, sondern in der Richtung des Thaies weiter nach der Ebene von Wittlich hin, wo Geologen das alte Flussbett nachgewiesen haben. (Vergl. S. 25. 26.) Durch einen gewaltigen Durchbruch bahnte sich der Fluss einen neuen Weg durch die Schieferfelsen und floss in rechtem Winkel östlich in der Richtung nach Longuich ab. Über Wiesen und Fluren führt uns der Pfad in den grossen Ort Schweich (1,) [Suainga] 1 km von der am Fusse des Angelberges befindlichen, durch zwei runde Türme bezeich- neten Fähre gelegen, */< Std. vom Bahnhof an der Moseibahn. Gasth. Johäntges, Denhardt, am Eingänge des Dorfes, mit hübschem Garten und Blick auf die Mosel, N. u. F. 1,50, M, 1,50; Dany; Pfeiffer; Hermesdorf, in der Nähe der Fähre. Der wohlhabende Flecken hat fast 3000 Einw., Arzt und Apotheke. Die Mosel fliesst nun im Trierer Thale an Wiesen und ebenen Fluren vorüber; sie behält aber auch hier ihre Nei- gung bei, Bogen zu bilden. Die hohen Uferräuder treten auf beiden Seiten weit zurück, und da die Yerkehrsstrassen den Krümmungen nicht folgen, zieht hier längs des Flusses nur ein Leinpfad an dem reizlosen, oft mit Weidengebüsch be- setzten Ufer hin. Deshalb bleibt aber doch die Gesamt- wirkung des breiten Flussthales grossartig. Mit Wohlgefallen ruht das Auge auf den herrlichen Thalrändern, besonders auf der 1. Seite, die bedeutend ansteigen und meist bewaldet sind. Die grünen Abhänge wechseln ah mit Felsgruppen aus rotem Sandstein, und im Mittelpunkte des Thaies erhebt