88 Cochem und Trarbach. Zu kleineren und grösseren Ausflügen ist reiche Gelegenheit. Zur Burg Landshut führt ein Weg durch Weinberge an Stationen vorbei in 20 Min. Von der Burghöhe, noch besser von dem Wachtturm, zu dem der Be- sitzer der Wirtschaft gegen 20 Pfg. den Eintritt gewährt, eine herrliche Aussicht auf das Hauptthal und die Neben- thäler. Gar stattlich nimmt sich von hier das in der Mosel- bucht gelegene Cues aus. — Von der Burg führt ein Weg zum Schützenhause, nur Sonntags geöffnet. Ein anderer Weg r. leitet von der Burg in die „Bernkasteler Schweiz“. Vom „Tinkeler Heiligenhäuschen“ ebenfalls herrliche Aussicht. Einige Schritte abwärts, dem Wegweiser folgend, zum „Wasserfall“ des Tiefenbachs; eine leichte Brücke führt über den Bach zu der Poststrasse Bernkastel-Longkamp und bequem zur Stadt zurück. Umfassender ist die Rundsicht von dem */a Std. über dem Wasser- fall gelegenen »steinernen Kreuz« und der »Kanzel«, ferner von dem »Kais erstuhl«, der »Schönen Aussicht« und dem »Goldenen Kreuz»; Weg von der Poststrasse oberhalb der Stadt oder vom Tiefenbachthal aus, der letztere ist bequemer. 3/4 Std. auf dem Wege nach Mülheim durch schönen Wald zur »Bismarcks- ruhe«, Vi Std. höher hinauf zur »Kanzel auf Wilhelmshühe«. die einen Rundblick über ein entzückendes Landschaftsbild gestattet. Zurück über Burg Landshut. — Von der Burg aus ist auch der 415 m hohe „Burgkopf“ zu besteigen, von dem man auf 20 Ortschaften herabblickt und die Hauptpunkte des Hunsrücks und der Eifel wahr- nimmt. Durch die Fürsorge des Bernkasteler Amtsgerichtsrates Bres- gen ist auf dieser Höhe ein Aussichtsturm errichtet worden, der die Aussicht, eine der schönsten des Moselthales, um vieles erweitert. Auf einem neu angelegten Fahrwege ist der Burgkopf auch mittelst Wagen zu erreichen. Weitere Ausflüge von Bernkastel in die Umgebung sind zu em- pfehlen ; nach Trarbach über Longkamp und durch das Kauten- bachthal, S. 78; ferner nach Schloss Veldenz, s. w. u.; nach Pies- port moselaufwärts, s. w. u. ; nach Kempfeld und der Wilden- burg, eine Hochwaldtour über Morbach, Hüttgeswasen und Allen- bach ; in die Eifel über Ürzig und Bertrich, oder aut der Nebenbahn nach Wittlich und von dort weiter nach Manderscheid. Wie eine Vorstadt Bernkastels erscheint das Hospital Cues, durch die aus Stein und Eisen 1874 erbaute, 219 m lange Brücke mit der Stadt verbunden. Von der Brücke herrliche Aussicht. Das Hospital ist 1438 von dem gelehrten Cardinal Nik. Cusanus gegründet worden, der sich so nach seinem Geburtsorte Cues nannte ; es wurde für 38 Arme eingerichtet. Die Franzosen verwandelten das Hospital in ein Lazarett und zogen die meisten Einkünfte ein, die der Anstalt bei der Besitzergreifung der Mosellande durch Preussen wieder zugewandt wurden. Im Hospital wird die Bib- liothek nebst Handschriften des Cusanus aufbewahrt. Die Nebenbahn von Cues-Bernkastel nach Wengerohr. Der Endpunkt dieser 15 km langen Bahn 6*