78 eineu 400 m langen Stollen fasste und das Bad errichtete. Wie Gastein, Ragaz und Schlangenbad gehört das Bad Wild- stein zu den (gehaltlosen) Wildbädern, ohne mineralische Bestandteile. In der Nähe der „Wildstein“ (auch Waldstein), eine Höhe mit herrlicher Aussicht. Die oben liegenden mächtigen Granitblöcke hält man für eine Opferstätte der Druiden. Hinter Bad Wildstein wird das Thal zur Schlucht mit hohen Felswänden und Felsköpfen. 6 km von Trarbach folgt das Dorf Kautenbach, Wirtsch. von Ph. Tross. Weiter ansteigend erreicht man, 10 km, Longkarap, 420 ra, Gasth. bei Kirsch; Math. Andres, 6 Betten, N. u. F. 1,60 M., M. 1,70, A. 1,—, P. 3,50 M. Von hier geht’s in Windungen hinab ins Tiefenbachthal, das in Beziehung auf Fels- bildung dem Ahrthale ähnelt, daher auch die „Bern- kaste ler Schweiz“ genannt, und dann nach Berukastel. Zu Wagen, 12 M., wird der Weg in Bt/2 Std. mit dem Be- suche des Bades Wildstein zurückgelegt. Von Trarbach nach Bernkastel führt über die Berge noch ein anderer, viel benutzter Fussweg, 1 Std. Dieser schneidet die starken Windungen der Mosel ab und gewährt auf den einzelnen Höhepunkten umfassende Aussichten. Auf dem Gebirgsrücken liegen die sehens- werten »Graacher Schanzen«, 434 m, die Jourdan 1795—96 als Mont National aalegte und mit 150 Kanonen ausrüstete, Nehmen wir nach diesem Aufenthalte in und um Tra- ben-Trarbach unsere Moselwanderung wieder auf, so werden wir noch mehr als bisher inne, dass wir uns in dem Moselweinlande befinden. Die Weinbergflächen werden grösser, die Pflanzungen noch sorgfältiger und die berühmten „Lagen“ häufiger. Der nächste Ort oberhalb Trarbachs ist das Dörfchen Rissbach (1,) am Fusse des Bergrückens gelegen, der die Festung Montroyal trug. Hier beginnt wieder eine grosse Moselkrüramung, an deren äusserster Spitze das Dorf Wolf (r.) Gasth. bei Lorenz, liegt in sehr fruchtbarer Umgehung, Wolf ist der erste Ort (r.) im Trierer Regie- rungsbezirk. Die Einw. sind protestantisch; in dem Dorfe ein neuerbautes ev. Waisenhaus. In der Nähe auf demGöckels- berge die Ruinen des Klo st ers Wolf, das in der 2. Hälfte des 16. Jahrh. aufgelöst wurde und bald in Trümmer verfiel. Nach einer abermaligen Wendung der Mosel erscheint CrÖV (1.) oder Cröff; Gasth zur Gräfinburg; Hues ; Jung- bluth. Im Dorfe ein sehenswertes altes Haus, der Echter- nacher Hof, mit Erkern. Vor und hinter dem Orte, an der ganzen Moselkrümraung 1. reiche Weinberge mit guten Lagen, Stef- fensberger. Cröff wird schon 752 erwähnt, in welchem Jahre Pipin der Kleine die Cröffer Kirche dem Echternacher Kloster schenkte. Später kam das Dorf unter trierische Herr-