65 Dorfe auf der Höhe wird ein römisches Gewölbe gezeigt, der sogen. „Heidenkeller“. — Weiter oberhalb tritt das Ge- birge in sanften Abhängen wieder näher zum Flusse. Dort liegt der kleine Hof Lehmen oder Leimen mit einem sehr alten viereckigen Burgturme, wahrscheinlich dem Reste einer bedeutenden Burg, Ehemals bezeichnete dieser Turm die Grenze der Aemter Cochem und Zell. — Dem Hofe gegenüber Reste einer Einsiedelei, „Udo’s Klause“ genannt. Das nächste Ufer aufwärts besteht aus gleichmässig abge- rundeten Bergkegeln, die an der Flussseite mit Reben bedeckt sind. Die Weinberge gehören zu dem Flecken Ediger (l.) [Edegrin, Edegreia], Gasth. bei Löwen. Von der ehemaligen Befestigung ist noch ein halboifener Ecktnrm der Ringmauer vorhanden. Ehemalige Lelmshänser mit gotischen Bogenverzierungen und humoristische Darstellungen am Giebel des Rathauses zeugen von hohem Alter des Ortes. Die Kirche ist sehenswert. Hinter dem Flecken zieht sich die Strasse über den Eilerer Berg nach Cochem hin. Nicht weit von Ediger liegt Eller (1.) [Ellre], Gasth. Casp. Friedrichs; Peter Jacobs; Johann Schinnen; Giltzer\ Wwe. Mainzer. Das Moselthal wird hier ziemlich eng; oberhalb des Ortes mündet der Eller- bach in die Mosel, die liier von der Eisenbahn überschritten wird, unmittelbar hinter dem Bahnhof von Eller. Das enge Flussthal mit dem noch engeren Bachthal, die Eisenbahn- brücke und am meisten der Blick moselaufwärts auf die mächtig aufstrebende Calmond, 361 m, wie die Uferhöhe an dem nächsten scharfen Moselbogen heisst: alles giebt der Landschaft ein Gepräge, wie wir es in dieser Eigenart bis- her noch nicht gefunden haben. Die hohen Ufer, dem Bahn- hof Eller gegenüber, sind die Abhänge des Petersberges, der die Mosel zu einer 3 km langen, ausserordentlich scharfen ■ Krümmung zwingt, wie sie im Mittel- und Unterlaufe des Flusses nicht wiederkommt. Auf dem Abhange des um- flossenen Berges wurde 1137 das Kloster Stuben (r.) ge- stiftet, nach der Halbinsel, auf der es lag, de insula genannt. Es war ein adliges Frauenkloster, das bis 1788 bestanden hat und jetzt in Trümmern liegt, die deutlich von ver- schwundener Pracht zeugen. In einiger Entfernung von dem Kloster erhebt sich auf waldiger Anhöhe die Peters- kapelle. Von der Höhe „Eulenköppchen“ überblickt man das prächtige Landschaftsbild und den herrlich geschwunge- nen Bogen des Flusses. Die Abhänge der Calmond sind bis zu bedeutender Höhe mit Weinreben bepflanzt, die einen guten Wein erzeugen. Am Fusse der Calmond liegt das Pfarrdorf Mosel- u. Saarführer. 5