62 Hervorhebung’ dessen, was dem Bahnreisenden von den land- schaftlichen Schönheiten wahrzimehmen möglich ist, so lassen wir vorläufig die Bahnreise ausser acht und setzen unsere Wanderungen in dem von hier ab so vielfach gewundenen Moselthale fort, dessen charakteristische Schönheiten in diesem Teile besonders deutlich hervortreten. Cochem gegenüber, noch zu den nächsten Ausflugsorten der Stadt gehörig, liegt Cond (r.) [Chunde), vom Bahnhof Cochem in 20 Min. 'einschliesslich der Ueberfahrt, zu erreichen. Gasth. zur Traube bei J. Brixius. Vom Orte schöner Blick auf Cochem und die Burg. Einen Rundblick auf das ganze herrliche Bild gewährt das von dem Cocheraer Verschönerungsverein auf dem Conderberge errichtete Belvedere. Weg von der Stadt etwa 50 Min. durch Cond den am Fusse des Berges hinführenden Fahrweg verfolgend, um die Weinberge durch einen Wald zu der Höhe. Ein kürzerer, aber steiler Weg führt durch die Weinberge von Cond hinan. Umfassende Aussicht auf das Mosel- und das Euderthal mit der Winneburg. — Vom Belvedere führt, ein 'Weg über die Brauseley, den Schu- werackerhof und V alwigerb e r g nach Valwig. Der nächste Ort auf dem 1. Flussufer moselaufwärts von Cochem Sehl, (1.), Gasth. bei Schausten; Cochems; ebenfalls be- liebter Spaziergang der Cocheraer, in einem fruchtreichen Gelände gelegen. Unterhalb Sehls beginnt die Mosel den grossen Bogen um den Eilerer Berg, auch Krampen ge- nannt, den die Bahn durch den Kaiser Wilhelm-Tunnel ab- schneidet. Der Bogen hat eine Länge von 20 km. Das Dampfboot braucht für die Strecke stromauf 2Vs, stromab l'/j Std. Von Sehl aus schneidet eine Chaussee diesen grossen Moselbogen ab, die sich in steilen Kehren den Berg hinaufzieht. An der äussersten vorspringendeu Ecke, etwa auf der Hälfte der Höhe, ein schöner Rückblick. Von der Höhe des Berges verlasse man die Chaussee und schlage den ins Thal r. bergab führenden Fusspfad ein, der durch einen Laubwald ins schöne Ellerthal und wieder auf die Mosel- strasse führt. Nicht weit von Sehl liegt an der Mosel Ebernach (1.) [Evernach], ehemals der Laacher Abtei gehörig, jetzt Irrenanstalt. Auf den Moselfahrten von Trier nach Coblenz nahmen die Erzbischöfe in dem Herren- hofe gern Aufenthalt. Zur Zeit der Cocheraer Belagerung war es meist Quartier der feindlichen Befehlshaber. Nach einer ziemlichen Strecke folgt Valwig (r.) [Valvei], Gasth. zur Traube bei fas, Bremm, 6 Betten, N. u. Fr. 1,50 M., M. 1 M., Pens. 3 M. Pfarr- dorf mit einer alten, unten gelegenen und einer neuen, höher