58 Cochem. (1.). Gasthöfe: Union, bei Pauly, an der Landebrücke, 10 Min. vom Bahnhofe, 60 Betten, Z. u. F. von 2,40 M. an, M. 2,25 M., P. nach Übereinkunft; Germania, bei Kehrer, Z., L. B, 13/4—2*/4 M., F. 0,80 M., M. 2 M., P. 4*/2—5 M-; Stadt Köln, Z. u. F. 2 M., M. 1 M., P. 3,60 M.; Stadt Coblem, Z., L. B. Ü/s M., F. '/2 M„ M. 1,20 M., P. 3‘/2 M.; Deutscher Kaiser, Z. u. F. 2 M., M. 1 M., P. */2 M.; Zum Kaiser,“Z. u. F. 2 M., M. 1 M., P. 3V2 M.; PeUem-Friedrichs, am Bahnhof; Joh. Friedrichs JJ., 8 Betten, Z. u. F. 2 M., M. 1,20 M., A. 1 M., P. 3,50 M. Cochem, [Chucheme ad Andridam], Bahnhof, 47,5 km; Anlegestelle der Dampfboote. — Die Kreisstadt hat 8400 Einw., ziemlich lebhaften Weinhandel. Im ganzen hat Kochern noch ein etwas mittelalterliches Gepräge bewahrt, abgesehen von den Häusern an der Moselseite. Strassen und Gassen sind eng; Thorgewölbe überbrücken sie in mannigfacher Weise. In der Stadt eine katholische und eine evangelische Kirche. Die letztere ist erst vor wenigen Jahren erbaut; die erstere stammt aus dem 15. Jahrh., ist in spätgotischem Stile erbaut und zeigt in den fünf Chorfenstern recht hübsche Glasmalereien. An der rechten Seite das Denkmal des trie- rischen Vogtes von Cochem, Niklas Kaiser, a. d. Jahr 1569. Auf einer Felserhöhung liegt das ehemalige Kapuziner- kloster, zur Zeit des 30jährigen Krieges gegründet, 1802 aufgehoben. In der Kirche einige gute Altarbilder, unter dem Chore eine Fallthüre mit einer nach der Stadt führenden Treppe; im Kreuzgange eine von den Mönchen angefertigte Sonnenuhr. Gegenwärtig dienen die Klosterräume zu Schul- zwecken. Früher hatte Cochem mehrere Tuchfabriken; auch das Kapuzinerkloster besass eine, in der das Kuttentuch für die ganze Provinz hergestellt wurde. Zur grossen Frankfurter Messe fuhr alljährlich ein Marktschiff und hatte, wie die Cochemer noch heute mit Stolz erzählen, am Frankfurter Staden seinen eigenen Stieg. Cochem ist ein Glanzpunkt des Moselthals. Am Ein- gänge in das Enderthal gelegen, zeigt es eine Menge der anmutigsten Landschaftsbilder. Rückwärts nach der Eifel dehnt sich das hübsch bewaldete Thal aus, in dessen Hinter- gründe die Ruinen der Winneburg sich erheben; dicht an der Stadt fliesst die Mosel in sanftem Bogen vorüber, und vom andern Ufer winkt das freundliche Cond mit dem be- deutend ansteigenden Uferrande. Den schönsten Anblick ge- währt freilich die unmittelbar über der Stadt auf steil an- steigendem Felsen sich erhebende Cochemer Burg, eins der schönsten und merk- würdigsten Schlösser Deutschlands. Die Lage ist herrlich; aber diesen Vorzug teilt die Burg mit manchem stolzen