39 Nähe der Kümmelherg, aus dessen Quellen die Wasser- leitung in Coblenz gespeist wird. — Von Metternich weiter führt ein Weg nach Güls a. d, Mosel. Metternich gegenüber auf dem rechten Moselufer der Kemperhof, jetzt kath. Waisenhaus, und das Augustine- rinnenkloster Marienhof. B km von Coblenz r. Moselwelss jWissa] (Gasthof Jvösschen); beliebter Ausflugsort der Cob- ienzer, in einem herrlichen Übsthain gelegen. Der Ort wird schon 1092 erwähnt. Die um 1200 im Rundbogenstile er- baute Kirche ist noch gut erhalten. In der Umgegend Fundort römischer Waffen, Geräte und Münzen, Nicht weit hinter Moseiweiss überschreitet die Moselbahn auf eiserner Bogenbrücke schräg den Fluss und erreicht — 4 km von Coblenz — das Pfarrdorf Güls I. [Gulisa] 1400 Einw. Bahnhof, Gasthof Anker, Wirtschaft bei Zillitn. N. u. F. 1,50 M., M. von 1 M. an; Wein Wirtschaft von A. Mayer, 6 Betten, N. u. F. 1,50 M., M. von 1 M. an, P. 4—5 M.; gleichfalls beliebter Ausflugsort der Coblenzer. Die Einwohner treiben lebhaften Handel mit Obst, besonders mit der hier in vorzüglicher Güte gedeihenden Kirschen und Nüssen, Weinbau. 1215 wies der Erzbischof Theodorich seinem Domstift zwei Fuder des Gülser Weines zu. Der Ort hat zwei Kirchen, die ältere im Uebergangsstil mit gewölbter Krypta, die neue im Rund- bogenstil mit zwei sehr hohen Türmen. Uraltes Mauerwerk, Reste von Badeeinrichtungen und Steinsärge deuten auf eine römische Niederlassung hin. — Von Güls aus führt eine prächtige Nussbaumallee nach dem ‘/2 Std. seitwärts gelegenen Bisholder 1., das hinter einem bewaldeten Bergkopf her- vorblickt. Der Ort gehörte ehemals zu Luxemburg und mit diesem vorübergehend als Lehnsgut der Krone Spanien, Im BOj. Kriege lag daher hier eine spanische Besatzung von 100 Mann, die unter ihrem Hauptmann mehrmals nach dem nahen Winningen zog und dort den lutherischen Gottesdienst ge- waltsam unterbrach, auch einmal den Pfarrer von der Kanzel gefangen wegführte. Die Einwohner Bisholders hiessen noch bis in die neuere Zeit die Spanier. Von der Höhe herrliche Aussicht auf die Seitenthäler der Mosel wie auf das Moselthal selbst. — Von Güls an 1. ein ziemlich breites Vorland bis Lay (r.) [Leia], sogenannt von der schroffen Felsenmasse, die auf dem linken Ufer vorspringt und das Flussbett be- deutend verengt. Der Strom hat hier auf der ganzen Strecke von Schweich bei Trier an seine geringste Breite. Daher hat das Dorf oft durch den Eisgang gelitten, besonders im Jahre 1831, als ein Teil zerstört wurde. Vergl. das Mosel-Eisgangslied von Clemens Brentano. — Die Pfarrkirche stammt aus dem 13. Jahrhundert, Turm mit Dreieckspitzen, vier Steingiebeln