26 Hochkreuz zwischen Bekond und Föhren ist die höchste Stelle in der muldenförmigen Vertiefung, und hier liegen in grosser Ausdehnung Moselgeschiehe, die man über Hetzerath, Clausen und Platten hin weiter verfolgen kann. In der Thalweite des Wittlicher Thaies mündete damals die Lieser in diesen nördlichen Moselarm, der von Platten über Osann nach Süden, dann wieder nach Norden über den Sieben- hornerhof umhog und verlief in der tiefen, 400 m breiten Thalschlucht, zu beiden Seiten mit hohen und steilen Berg- gehängen , nach Lieser. Hier vereinigten sich beide Arme der Mosel, nachdem der südliche, zwischen Burgen und Mülheim einen scharfen Bogen um den inselförmig gestalteten Geisberg bei Veldenz machte. Die Gebirgspartie auf der linken Seite der Mosel, zwischen Schweich und Lieser, bildete ehemals eine Insel zwischen den beiden Moselarmen. Alles das lässt sich bei genauer und längerer Beobachtung an der Oberliächengestaltung und an dem Vorkommen auge- schwemmten Materials erkennen. Eine kleinere Gabelung der Mosel bestand ehemals bei Pünderich zu der Zeit, als dieselbe in einem ca. 80 m höheren Niveau floss als heute; ein Arm verlief über die mit Schotter bedeckte Fläche südl. von Pünderich, der andere in der breiten sattelförmigen, mit Kies bedeckten Einbuchtung zwischen der Marienburg und dem Barl; ferner teilte sich in der Vorzeit bei Bullay die Mosel. Der südliche Arm ging von da in der Einsenkung südöstlich von Bullay, die ca. 120 m über der Mosel liegt und eine mächtige Bedeckung von Sand und Eues zeigt, in gerader Richtung nach Senheim. Auf einem der Plateaus, „in der Erdbeerkaul“ genannt, ist eine Sandgrube, in der Kies und Sand wechsellagernd in deutlicher Schichtung l,/2 m mächtig entblösst ist. Man erkennt von einem Höhenpunkt, zumal vom Mesenicher Kopf, an der grabenförmigen Einsenkung zwischen dem Hochkessel und König diesen uralten Flusslauf von 6 km. Länge (von Bullay bis Senheim). Der nördl. Arm verlief etwa wie die heutige Mosel, nur die scharfe Krümmung bei Bremm war damals nicht vorhanden; er machte in der Gegend von Neef einen nördlichen Bogen und setzte über die Fläche n. ö. vom Hochkessel fort, die auch mit Diluvium bedeckt ist. — Auf der westl. Seite der Kuppe, auf der die Cochemer Burg liegt, befindet sich etwa 60 m über der Mosel ein 100 Schritt breiter, alter Thalboden, der von einem ehemaligen Mosel- arm gebildet sein dürfte, so dass der Burgberg zwischen beiden Moselarmen inselförraig hervorragte. Audi bei Treis hat ehedem eine bemerkenswerte Gabelung der Mosel statt- gefunden zu der Zeit, als sie noch in etwa 50 m höherem