28 Seiten durch den Anprall der Saarwasser abgenagt und ver- schwand später ganz, so dass die Barriere wegfiel und die Saar ihren jetzigen Lauf nehmen konnte. — In der älteren Diluvialzeit dürfte auch ein Arm der Saar von Ayl über Tawern nach der Mosel hin verlaufen sein, so dass jetzt der untere Alhach, der gleich oberhalb Wasserlieschs in die Mosel lallt, in einen von diesem Saararm vorgebildeten Thale von Tawern aus heute fliesst. Das zwischen diesem Orte und der Mosel so enge Thal zeigt bei 50—60 m Höhe über dem Thalbett eine ca. 1 km breite Fläche, auf der viele Flussgeschiebe liegen. Diese obere merkliche Thal- weite kann nicht von kleinen Wasserläufen, sondern nur von einem grösseren Flusse herrühren. Der Verlauf dieses alten Saararmes ist schon in der Thalhildung zu erkennen, zumal an der Einbuchtung im Hardtwald. Dieselbe liegt 225 m über dem Meere, die Saar bei Haram 130 m; es hat also, seitdem der westliche Saararm zurückgetreten ist, ein weiteres Einschneiden des Flusses um 95 m stattgefunden. Die Gegend der unteren Saar ist in Beziehung auf Thalbildung besonders interessant. Es ist nicht unwahr- scheinlich, dass die Strecke der unteren Saar zwischen Wil- tingen und Conz zur Zeit der Entstehung des Thaies der Mosel von dieser vorgebildet worden ist, und dass damals die Saar bei Wiltingen in die Mosel mündete. Der breite Thalboden östlich von Wiltingen öffnet sich hei nordwest- licher Richtung in einem spitzen Winkel ca. 60° nach dem Saarthal hin. Derselbe wird wohl nicht von einem Saarlaufe, wie früher angenommen wurde, herrühren. Es wäre immer- hin denkbar, dass der Fluss auch südlich und östlich von Wiltingen seinen Lauf gehabt und die 20 und 40 m hohen Diluvialterrassen sein ehemaliges Bett bildeten, und dass das Einschneiden des Oberemmler Baches, der bei Wiltingen mündet, die weitere Vertiefung des alten Thalbodens bewirkt habe. Nach neueren Beobachtungen ist es viel wahrschein- licher, dass ein von NW. gekommener grosser Strom hier sich seinen Weg suchte. Dafür sprechen die auf Hochterrassen südlich von Commlingen vorkommenden Geschiebe bei 170 m über dem Thal, in welcher Höhe beim Saarlaufe solche nicht wahrnehmbar sind, wohl aberviellach zu beiden Seiten der Mosel und dann die auffallend grosse Breite des Thalbodens von Wiltingen über Oberemmel, Crettnach nach Conz. Die Ent- stehung desselben wird wohl durch die Mosel bewirkt worden sein. Dieselbe verläuft oberhalb Wasserbilligs von SW. nach NO. In dem durch Verwerfungen zwischen Wasserbillig und Conz sehr gestörten Terrain verlässt sie ihre bisherige Richtung von der Sauermündung ab und wendet sich anfangs nach 0.,