20 Merl. Was die diluvialen Ablagerungen anlangt, so er- scheinen dieselben an der Saar und Mosel in grosser Ver- breitung; sie bestehen aus Kies und Sand, sowie Gerollen von Buntsandstein, Kalk, Grauwacke und Quarzit, auch kleinere und grössere Blöcke dieser Gesteine, die von den Flüssen herbeigeführt worden sind, selbst eruptive Gesteine (Granit), die die Mosel aus den Vogesen zuführte, sind nicht selten, zumal im jüngeren Diluvium. Sie kommen nicht im älteren Diluvium vor, was vermuten lässt, dass bei Beginn des Mosellaufes die Vogesen noch mit jüngeren Schichten bedeckt waren. Das Diluvium erscheint an der Saar und Mosel auf Terrassen, die die ehemaligen Bette dieser Flüsse andeuten, bis zu 140 bis 170 m über den heutigen Thal- sohlen. Die hohen Terrassen sind oft von ansehnlicher Breite, so dass man annehmen muss, dass beide Flüsse früher viel mehr Wasser führten als heute. Die Terrassen-Ab- stufungen kann man besonders an der Mosel an vielen Stellen wabrnehmen; z. B. auf dem Wege von Trier nach Heiligkreuz und nach dem Mariahof. Die breite Diluvialterrasse von Heiligkreuz liegt etwa 40 m über dem heutigen Mosel- thal, dieselbe setzt über Feyen fort, und jenseits der Mosel liegt die Terrasse zwischen dem Zewener Turm und Igel in gleichem Niveau, auch die kleine Terrasse östlich von Heiligkreuz am Amphitheater. Hier wurde in neuester Zeit Kies und Sand auf dem unterliegenden Schiefer an mehreren Stellen entblösst. Verfolgt mau den Weg von Heiligkreuz nach dem Mariahof, so findet man hier Ablagerungen von Kies und Sand (einige Meter hoch in Gruben aufgeschlossen) auf einer 130—140 ra über dem Moseithai gelegenen Ter- rasse. In gleicher Höhe liegen östlich und nördlich von Trier weitere Diluvialterrassen. lieber die besonders interessanten Thalbildungen an der Saar und Mosel, sowie ihrer Nebenflüsse habe ich seit einer Reihe von Jahren Gelegenheit gehabt, vielfache Beobach- tungen anzustellen, und darüber berichtet, sowohl in den Er- läuterungen zu den erschienenen Saar- und Moselblättern als auch in besonderen Aufsätzen. Aus dem Mitgeteilten will ich hier das Wesentlichste anführen, das manchen Wanderer an Saar und Mosel zu weiteren Beobachtungen anregen dürfte. An der Saar hat man Gelegenheit, ihren früheren Lauf in höheren Niveaus, sowie auch in veränderter Rich- tung an verschiedenen Stellen zu beobachten. Beginnen wir bei Saarbrücken. Wenn man von da nach den Spicherer Bergen wandert und die nächste Höhe, den alten Exerzier- platz, erreicht hat, so fällt sofort eine Thalniederung ins Auge, die sich bis zum Fusse der Spicherer Berge erstreckt,