— 144 — ließ, ist durch einen Gedenkstein bezeichnet. Den Stein hat man schon einige Male erneuern müssen, weil seine Theile als „Andenken" verschwanden. Siebenzehn Jahre sind seit dieser Zeit vergangen und Glück und Frieden war bisher dem deutschen Volke beschieden. Da plötzlich brach in diesem Jahre, dem verhängnißvollen 1888, das Schicksal über uns herein. Der fromme Heldenkaiser verschied am 9. Marz 1888, und der schwer erkrankte Kronprinz, der mit Aufopferung feiner letzten Kräfte aus dem Süden kam und die Negierung übernahm, wurde auch fchon wieder nach 3 Monaten einer segensvollen Regierung aus dieser Welt abberufen und von seinen schrecklichen Leiden erlöst. Gefallen, ach! ist Deutschlands schönste Eiche, I» deren Schatten in dem neuen Reiche Des Volkes schönste Hoffnung war erblüht;. Der helle Stern, nach dem es freudig schaute In Stnrmcsdrohn und wenn ein Nebel graute An Deutschlands Himmel, ach! ist still verglüht! Gott hat es so gewollt! Seiner Fügung müssen wir uns beugen. Aber Gott verlaßt Deutschland nicht; er hat itns einen neuen, thatkräftigen, ebenfalls für das Wahre itnd Gute begeisterten Kaiser erstehen lassen, der sich die Liebe seines Volkes bereits fest errungen hat. Verjüngt in Kaiser Wilhelm har aufs Nene Sich prenß'scher Herrschersinn und deutsche Treue, Die sich ans Volkcskraft und r'iebe stützt. Und niemals wohl gleichwie in diesen Stunden War Deutschlands Thron und Volk so fest verbunden In alter riebe und in Einigkeit; Und an den Grüften seiner edlen Helden Tönt laut der heil'ge Schwur in alle Welten: D c m K a i s e r treu in alle Ewigkeit! Conrad Herrmann. S a a r b r ü ck e n, den 12. Juli 1888. Kühn'sche Biichd.riickerei, St. Johann a. d. Saar.