21 — sie eineu Angriff von unserer Seite erwarteten und ihre eingenommenen Stellungen behaupten wollten. Das Beschießen der Bellevue am 28. Juli sollte doch noch nachträglich Ursache des Todes eines Menschen sein. Ein hiesiger Einwohner war im Besitz einer der nichtexplodirten Granaten und übergab sie einem jungen Schlosser zur Entladung. Durch Unvorsichtigkeit ent- zündete sich das Geschoß, explodirte mit furchtbarem Knall und ein Splitter traf den jungen Schlosser der Art in den Unterleib, daß er nach einigen Tagen unter den schwersten Leiden verschied. Am 30. Juli kam eine Abtheilung Franzosen in der ungefähren Stärke von 25 bis 30 Mann von Großblittersdorf über die Saar nach dem preußischen Orte Kleinblittersdorf, zog aber nach kurzer Zeit wieder ab, ohne irgend Jemand zu belästigen. In Saarbrücken und St. Johann erläßt ein Comite einen Aufruf zur Gründung eines zweiten Vereins für die Pflege der im Felde verwundeten und erkrankten Krieger: „Der heilige Kampf", heißt cs in dem Aufrufe, „für unsere Freiheit, unser Recht und unsere Ehre, der uns von Frankreich in übermüthigster Weise aufgczwungen worden ist, wird viele und schwere Opfer kosten, Opfer an Gut, Gesundheit und edlen Menschenleben. An uns, die wir nicht Theil nehmen können an dem heiligen Kampfe, tritt heute die Pflicht heran, die Leiden, Schmerzen und Wunden, die er im Gefolge hat, nach allen Kräften und mit allen gu er- schwingenden Mitteln zu lindern und zu heilen; wir alle müssen uns einmüthig hierzu berufen fühlen, po- litische und religiöse Gegensätze und persönliche Miß- stimmungen müssen schweigen, wenn ein großer National- kampf gekämpft wird und es gilt, die heiligste Pflicht gegen das Vaterland zu erfüllen." Unterschrieben ist der Aufruf von den Herren L. Eichacker, Ph. Fritz,