— 18 — in eine Ecke des Zimmers ein, wo sie krepirte und alle Fenster, Decke, Tische, Stühle und auch einen Vogel- käfig zertrümmerte, dessen Insasse lustig das Weite suchte. Was die Franzosen veranlaßt haben mag. ein friedliches Haus, von dem aus niemals auch nicht ein Schuß gegen ihre Vorposten gefallen war, zu beschießen, ist unbekannt; einen Osfensivstoß schienen sie nicht be- absichtigt zu haben; denn die französische Infanterie, die während der Kanonade ausgeschwärmt vorgerückt war, zog sich alsbald zurück, als unsere Infanterie ihr entgegeneilte. Am 29. Juli ist auf dem Kirchhof zu Saar- brücken der erste Gefallene im deutsch-französisch:n Kriege beerdigt worden, ein Ulan der 4. Eskadron des 7. Regiments, der Abends vorher auf Patrouille durch einen Schuß in den Kops getödtet wurde. Er war aus dem Fürstenthum Hohenzollern, diente erst 6 Monate und kam auf seinen besondern Wunsch an dem für ihn verhängnißvollen Tage zum ersten Male vor den Feind. Am 30. Juli kurz vor 6 Uhr Morgens entspann sich ein lebhaftes Reneontre zwischen einer preußischen Patrouille und dem Feinde, der sich im Stiftswalde hinter St. Arnual festgesetzt hatte. Nachdem am Tage vorher von einer Patrouille die Meldung gemacht wurde, daß die Franzosen die Eisenbahnbrücke über die Saar zwischen Saargemünd und Hanweiler, vor welcher sie einige Tage vorher die Schienen weggerissen hatten, nicht nur wieder hergestellt, sondern die Schienen auch mit schweren Dieken belegt hätten, um vermuthlich G-schütz herüber zu bringen, wurde für den Morgen des 30. Juli von Major von Pestel eine größere Recognoscirung angeordnet. Eine Compagnie 40er Füsiliere erhielt den Befehl, bei Tagesanbruch am