- 14 — sonst liebenswürdigen Menschen zu einem rasenden i Thoren, sagt ein geistreicher deutscher Schriftsteller und nach Voltaire liegt hierin der Zusammenhang zwischen der Affen- und Tigernatur, die der Freund des Großen Friedrich seiner eigenen Nation zugeschrieben hat. Wie ganz anders greift der königliche Erlaß, be- ! treffend die Abhaltung eines außerordentlichen allge- meinen Bettags am 27. Juli 1870 in das deutsche i Herz! Solche Worte des Gottvertrauens und auf ein reines Gewissen gestützten Muthes war auch für uns Saarbrücker ein Trost in schwerer Zeit; sie mögen hier zum schönen Angedenken für uns und unsere Nachkommen eine dauernde Stelle finden. „Ich bin gezwungen", sagt König Wilhelm, „in Folge eines willkürlichen Angriffs das Schwert zu ziehen, um denselben mit aller Deutschland zu Gebote stehenden Macht abzuwehren. Es ist Mir eine große Beruhigung vor Gott und den Menschen, daß Ich dazu in keiner Weise Anlaß gegeben habe. Ich bin reinen . Gewissens über den Ursprung dieses Krieges nnd der Gerechtigkeit unserer Sache vor Gott gewiß. Es ist ein ernster Kampf, den es gilt, und er wird Meinem Volke und ganz Deutschland schwere Opfer auferlegen. Aber Ich ziehe zu ihm ans im Ausblicke zu dem all- wissenden Gott und mit Anrufung Seines allmächtigen Beistandes. Schon jetzt darf Ich Gott dafür preisen, daß vom ersten Gerücht des Krieges an durch alle j deutschen Herzen nur ein Gefühl rege wurde und sich kund gab, das der Entrüstung über den Angriff und der freudigen Zuversicht, daß Gott der gerechten Sache den Sieg verleihen werde. Mein Volk wird auch in diesem Kampfe zur Mir stehen, wie es zu Meinem in Gott ruhenden Vater gestanden hat. Es wird mit Mir alle Opfer bringen, um den Völkern den Frieden wieder zu gewinnen. Von Jugend auf habe Ich Vertrauen