Zu gleicher Zeit wurde eine Cabinets-Ordre veröffent- licht, worin Se. Majestät sagt: „Angesichts der ernsten Lage des Vaterlandes und in dankbarer Erinnerung an die Heldenthaten unserer Vorfahren in den großen Jahren der Befreiungskriege, will Ich das von Meinem in Gott ruhenden Vater gestiftete Ordenszeichen des Eisernen Kreuzes in feiner ganzen Bedeutung wieder aufleben lassen. Das eiserne Kreuz soll, ohne Unterschied des Ranges oder Standes, verliehen werden als eine Belohnung für das Verdienst, welches ent- weder im wirklichen Kampfe mit dem Feinde oder daheim, in Beziehung auf diesen Kampf für die Ehre und Selbstständigkeit des theuren Vaterlandes erworben wird." Unterm 20. Juli ist der bayrische Gesandte in Berlin angewiesen worden, dem Grafen Bismarck mit- zutheilen, daß in Folge der französischen Kriegserklärung und des stattgehabten Angriffs auf deutsches Gebiet*) die bayrische Regierung ans Grund des Allianzvertrages als Verbündeter Preußens in den Krieg gegen Frank- reich gleich den sämmtlichen deutschen Regierungen ein- getreten fei. Zu derselben Zeit übernahm der Kron- prinz von Preußen den Oberbefehl über die deutsche Südarmee und machte die bezüglichen Mittheilungen an die Höfe von München und Stuttgart. In Würt- temberg war schon am 17 Juli die sofortige Mobil- machung der Armee und die Einberufung der Stände beschlossen. Von Kopenhagen traf die 'Rachricht ein, daß das dänische Cabinet beschlossen habe, vollständige Neutralität zn beobachten. So erhebend auch alle diese Nachrichten für uns waren, so konnten sic dennoch nicht verhindern, daß *) Vgl. weiter unten den franz. Neberfall auf die Zoll statte zur Folsterhöhe.