98 VI. Metaphysik. Das Wirkliche. Wenn wir sagen, daß „im Anfänge“ nur von Habendem und Gehabtem, „später“ aber von Material, Affektion usw. geredet werden dürfe, so soll das natürlich nicht heißen, daß Ich in bewußt tätiger Weise das „Spätere“ aus dem „Früheren“ mache. Ich schaue Ordnung in meinem Gehabten — das allein gibt es ja für das Bewußtsein; und die Worte „anfangs“, „später“ usw. bedeuten nur, daß eine sehr kom- plizierte Schau, wie etwa „Affektion“, den Ursachverhalt als ihren Urgrund eiiedigt in sich trägt. VI. Metaphysik. Das "Wirkliche. 1. Rückblick. Wir haben bis jetzt untersucht, was Wissen heißt im Rahmen des undogmatisch - solipsistischen Satzes Ich weiß Etwas, der allein den Ausgang kritischer Philosophie bilden darf. Das gewußte Etwas ist jedenfalls ich-gehabtes Etwas: Prüfe ich also zunächst einmal, was das heißt, was in Sonder- heit mein Wissen um die in ihrer Bedeutung unaufhellbar urgewußte Ordnung des Etwas heißt. Selbst noch im Rahmen der Natur- und der Seelenlehre genügte zunächst dieser Standpunkt. Natur und Seele kann ich fassen als meine und zunächst nur meine. Sie sind ja doch jedenfalls „meine“; sie sind ich-gehabt, wenn ich schon sie denke, als ob1) sie in sich bestehende Selbständigkeiten wären. Aber ihr gleichsam Selbständigsein, ihr als gleichsam selbständig Gemeintsein ist selbst Ordnungssetzung. *) Volkelt (Gewißheit und Wahrheit) kennt daa ,Meinen“ der Natur- und Seelengegenstände (z. B. S. 40, 130), hat aber nicht als Zwischenstufe zur Metaphysik den Begriff des (jieicAjam-Selbstän- digseins, den Begriff des als ob; es sei denn, daß ihm der Begriff des „Geltens“, durch den er, wie er sagt, ?um Seienden „hindurchgeht“ (284) ein Ersatz dafür sei.