58 IV. Das Naturwirklicbe. Ich schaue, daß ich zwar das ordnungsmoniatische Ideal nicht leisten, daß ich aber wenigstens frühere einzelne Na- turveränderungen mit späteren einzelnen Naturveränderungen so verknüpfen kann, daß die früheren als logischer Grund der späteren, die späteren als logische Folge der früheren er- scheinen, oder besser, daß das Verhältnis zwischen früheren und späteren Einzelveränderungen ein solches ist, in welchem das Verhältnis logischer „Konsequenz“, logischen Mitsetzens darinsteckt. Und ich schaue weiter die grundlegende Ver- schiedenheit zwischen der Kausalität der belebten und der unbelebten Natur und weiß, daß sogar noch andere Kausalitäts- forraen. „möglich“ wären1). Ich schaue, Ich habe das alles in seiner Bedeutungshaftigkeit; ich schaue das Bewirken im Werden — selbst werden „bewirkend“ noch „werdend“. — Gerade mit Rücksicht auf den Begriff der Kausalität hat sich die falsche Lehre, daß es sich bei Erfahrung um ein „tätiges“ Verarbeiten eines anschaulichen „Materiales“ mittelst gewisser unanschaulicher Formen handle, besonders festgesetzt. Sie ist aber hier ebenso falsch wie überall. Das bewußte Verarbeiten ist nicht vorfindlich: und andererseits genügt das, was vorfindlich ist, nämlich ein „in Ordnung haben“, vollständig zur Klärung: die Kausalbeziehungen wer- den ganz ebenso schlicht geschaut wie das „Anschauliche“, welches durch sie verknüpft wird. Aber, so sagt man mir, kausales Erfassen ist doch dem Irrtum ausgesetzt, erfordert doch Arbeit, ist doch oft schwierig 1 Gewiß ist es das; es fragt sich nur, was alle diese Worte in Strenge selbstbe- sinnlich bedeuten. Davon wird alsbald im einzelnen zu reden sein. J) s. Ordnungslehre S. 173 ff.