50 IV. Das Naturwirkliche. Die Untersuchung der Naturwirklichkeitsbegriffe wird sich da sehr viel einfacher und kürzer gestalten lassen als die Untersuchung der Begriffe, die im Reiche des Seelenwirkiichen ihre ordnende Rolle spielen, ganz im Gegensatz zur Logik oder Ordnungslehre als solcher. Um mit demjenigen Begriff zu beginnen, der überhaupt zur Setzung Natur geführt hat, mit dem Begriff werden also, so wissen wir: das ist ein Ich-gesetzter, ein lch.-gehabter Ordnungs Begriff, wie jeder andere. Ich habe den Ordnungs- begriff werden im Rahmen des Reiches mittelbarer, von mir als gleichsam selbständig gemeinten Gegenstände, welches Natur heißt, ich habe ihn z. B. in der besonderen Form „Dieser Körper bewegt sich, erwärmt sich“ Das ist alles, und ganz und gar nicht braucht Ich habe „Werden“ zu heissen, daß Ich „werdend“ habe. Ohne Rücksicht auf Zeit, in der ich etwa stünde, schaue ich die Bedeutung Zeit und alles, was damit zusammenhängt. Ich als Ich werde ebensowenig, wenn ich werden in seiner Bedeutung schaue, wie ich als Ich quadratisch bin, wenn ich die Be- deutung Quadrat schaue. Damit ist erledigt, was auf den ersten Blick als be- sonders große Schwierigkeit erscheinen mag. Alles weitere erledigt sich noch bedeutend einfacher; wohlverstanden, immer mit Rücksicht auf die ordnende Bedeutung der einzelnen Naturbegriffe als solcher, wenn sie einmal gehabt sind; die Frage nach meinem „Erwerb“ der einzelnen Naturbegriffe, die allgemeine Frage des Wissens-erwerbes also, ist etwas anderes, von dem wir später reden werden, und über das wir an dieser Stelle immerhin schon vorausschicken wollen, daß hier erhebliche, aber auch durchaus überwindbare Schwierigkeiten für unsere Lehre vom schlicht habenden Wesen des Ich verborgen sind.