Vorgehen verwehre jedoch Jas ruhige, sachliche Her- ankommen an den Tatbestand. Statt über die Phä- nomene Auskunft zu erteilen, statt eines sachlichen Verstehens dieser Erscheinungen tische die von einer idealistischen Ethik abhängige idealistisch-konstruk- tive und idealistisch-normative Psychologie Richter- sprüche auf. Sie ziehe jede seelische Erscheinung, im Widerspruch zu der ersten und dauernden Pflicht jeder Wissenschaft, sofort vor ein kritisches Forum zu obrigkeitlicher Bewertung und Entscheidung. Da- mit aber werde die Selbständigkeit der Psychologie als Wissenschaft preisgegeben, und diese Forschung selber werde von Anfang an von ihrem Wege ahge- drängt und verbogen. c) Antiidealistische Tendenzen in der modernen Theologie !). 1) Für die realistische Psychologie sind nun die Mitarbeit hervorragender Theologen und Religions- philosophen, wie die des soeben erwähnten Soren Kierkegaard, * 2) und die angelegentliche Heranzie- J) Vgl. Eduard Spranger, Der Kampf gegen den Idealis- mus. Sitzungsberichte der Preuß. Akademie der Wissenschaf- ten. Phil.-Hist. Klasse 1931. XVII. Spränget beschäftigt sich besonders mit der Gegnerschaft, in der die moderne Theologie vornehmlich unter Berufung auf das Christentum zum Idealis- mus stehen zu müssen glaubt. 2) vgl. über K. folgende Werke: Vor allem Eduard Geis- mar „Sören Kierkegaard, seine Lebensentwicklung und seine Wirksamkeit als Schriftsteller“, Göttingen, 1929; dann Martin 102