Leipzig, 26. 12. 1935 Mit großem Genuß habe ich Ihr schönes, neues Werk3 gelesen und danke Ihnen herzlich dafür. Nicht minder natürlich für die so freundliche Wid- mung. Ein solches Werk gewidmet bekommen, macht wirklich Freude. Sie verfügen über eine ganz außerordentliche Belesenheit — (um die ich Sie fast beneiden möchte). Aber Sie verstehen es, trotj allem Fremden, das Sie einfließen lassen, den eigenen Gedankengang straff festzuhalten und konsequent zu verfolgen. Was Sie über Katalyse sagen, unterschreibe ich. wie Sie wissen, durchaus: Katalyse ist „Mittel“, sehr geeignetes Mittel für das „höhere“ biologische Agens — („sehr geeignet“ deshalb, weil in ihr schon „Richtung“ liegt). Per- sönlich möchte ich das „Höhere“ noch schärfer von allem Anorganischen trennen, als Sie es tun. Die eigentliche ordnende Komhinationsleiatung gibt es, trotj aller „Richtung“, im Unbelebten doch noch nicht. Insofern bin ich wesentlich „dualistischer“ als Sie. Aber das hindert nicht meine große Wertschä^ung Ihrer Leistung. Möge Ihr Werk den Erfolg haben, den es verdient. Wie selten sind in dieser Zeit doch so ernste, ich möchte sagen „zeitlose“ Bücher! Leipzig, 1. 12. 1936 Wieder haben Sie mich durch die Zusendung eines wertvollen Werkes4 erfreut. Besonders wertvoll ist gerade mir, als Nicht-Chemiker, Ihr Werk deshalb, weil es wie kein anderes alle Möglichkeiten und Modifikationen der Katalyse so klar und vollständig vor Augen führt. Daß ich das, was Sie auf Seite 47/48 sagen, durchaus unterschreibe, wissen Sie. Gerade heute sende ich das Manuskript einer neuen kleinen Arbeit ab, in der ich das Problem der „Insertion“, wie ich es nenne, theoretisch behandle und mich natürlich auch auf Ihre Arbeit beziehe. Etwa in 1—2 Monaten werde ich Ihnen die Arbeit wohl senden können. Leipzig, 13. 2. 1938 Sehr verehrter Herr Kollege! Da eine größere Arbeit mich in den letzten Wochen sehr in Anspruch nahm, konnte ich Ihr mir zugesandtes wertvolles Werk3 sehr langsam lesen — (was übrigens nicht schadete) — und komme erst heute dazu, Ihnen für die freundliche Übersendung zu danken. Wie sehr midi Ihr so außerordentlich inhaltsreiches und scharfsinniges Werk gefesselt hat, brauche ich wohl kaum zu sagen. Ebensowenig bedarf es einer besonderen Betonung, daß ich mit allem Wesentlichen, was Sie sagen, übereinstimme. 3 Über katalytische Verursachung im biologisdien Geschehen, Berlin 1935. 4 Katalyse und Katalysatoren in Chemie und Biologie, Berlin 1936. * Katalyse und Determinismus, Berlin 1938, 183