46 II. Elementarlehre. entnehmen hätte, lim zu ihren eignen Begriffen zu gelangen, sondern indem den Forderungen der Anschauung durch die eignen Mittel des reinen Denkens genügt wird. Es ist damit die gemeinsame letzte Grundlage der Arithmetik und Geometrie aufgedeckt und die strenge Einheit der mathematischen Wissenschaft in ihrem logischen Fundament gesichert. II. Mathematische Physik. § 29. Zeit und Raum. Die Gesetze der Zeit und des Raumes folgen aus den Gesetzen der Größe, unter Hinzutritt der Bedingung der vollständigen Determination einer alle vereinbaren Rich- tungen der Größensetzung vereinenden einzigen Ordnung. Dieses Merkmal der Einzigkeit hatte Kant im Sinne, wenn er Zeit und Raum als „Anschauungen“ von bloßen Begriffen unterschied und ihnen demgemäß ihre Stelle nicht in der „transzendentalen Logik“, sondern abseits von dieser in einer „transzendentalen Ästhetik“ anwies. Doch sind sie ihm nicht Angeschautes, sondern ursprüngliche Weisen — die Dissertation von 1770 sagt geradezu: Gesetze — des Anschauens; Arten, wie das Mannigfaltige der Erscheinungen sich „in gewissen Verhältnissen ordnet“, nämlich den Ver- hältnissen des Nach- und Nebeneinander. Also die Funktion des Anschauens besteht in einem Ordnen nach bestimmten Verhältnissen. Damit rückt aber die Anschauung in die nächste Nachbarschaft der Denkfunktionen, und zwar derer der Relation, welches eben die Funktionen der Ordnung sind, und zwar mit dem Ziele einer Ordnung in einziger Art. Darauf zielt auch die fernere Bestimmung, wonach Anschauung, im Unterschied vom Begriff, unmittelbare, nicht mittelbare Vorstellung des Gegenstands sein, oder durch sie der Gegenstand gegeben, nicht bloß gedacht, oder die Gegenstände in Zeit und Raum, nicht bloß unter ihnen als gemeinsamen Merkmalen vorgestellt sein sollen. Auf der Höhe der Konsequenz der kritischen Methode ist nichts gegeben abseits des Denkens; nur eine ursprüngliche Denk- funktion kann es sein, durch die zumal der Gegenstand gegeben wird. So erklärt auch eine Anmerkung der 2. Auf- lage der Kritik der reinen Vernunft (zu § 26), daß durch