28 II. Elementarlehre. 3. Dem Gesetze der Wechselwirkung entspricht die* aus der vorigen sich ergebende und sie ergänzende For- derung, daß auch die gleichzeitige Verknüpfung zu ver- schiedenen Reihen gehöriger Prädikate mit einem und dem- selben Subjekt in der Art determiniert sei, daß die korre- spondierenden Glieder der verglichenen Reihen sich nach bestimmtem Gesetz mit einander verbinden, d. h. allemal und nur, wenn Px, auch Qx, wenn P2, auch (>2 gilt und umgekehrt. Ebendadurch wird zugleich die unter N. 2 gestellte Forderung erfüllbar, daß nur unter bestimmten Bedingungen Pi gelte oder P2, Q1 oder Q2. Die zweite und dritte Forderung im Verein geben dem logischen Prinzip des „zureichenden Grundes“ seinen genau bestimmten Sinn. Alle diese Verhältnisse aber, die hier als solche zwischen Subjekt und Prädikat im Urteil erklärt wurden, lassen sich ebenfalls als Verhältnisse der in einem komplexen Begriff sich verbindenden Merkmale (Grundbestimmungen und akzi- dentellen Bestimmungen) auffassen. Somit definieren die dargelegten drei Gesetze die früher (§ 14) geforderte Gesetz- lichkeit der Komplexion der Merkmale. § 21. Die Modalitätsstufen der Gegenstands- erkenntni s. Die Kantischen Modalitätskategorien: Möglichkeit, Wirklichkeit, Notwendigkeit, liefern nach Kants eigener Aufstellung nicht neue Bestimmungen des Gegenstandes, die zu denen der Quantität, Qualität und Relation hinzu- kämen, sondern betreffen nur das Verhältnis des Gegen- standes zur Erkenntnis. Da sich aber der Gegenstand eben in der Erkenntnis nach den Gesetzen der Synthesis auf- baut, so müssen den Stufen des synthetischen Prozesses ebensoviele Stufen der Gegenstandserkenntnis entsprechen. Wir nennen sie die Modalitätsstufen der Gegenstands- erkenntnis. Nun vollzieht sich der synthetische Prozeß nach jeder seiner drei Grundrichtungen in wesentlich identischer Stufenfolge. Das Erste war allemal ein gleichsam will- kürlicher, aber zur Einleitung des Prozesses notwendiger erster Ansatz. Der Gegenstand wird gesetzt in numerischer, qualitativer, substantieller Einheit; welcher Ansatz sich dann erst zu bewähren hat in der wirklichen Durchführung des