24 II. ElemeDtarlehre. irgendwie setzbaren Unterschiede. Diese Allheit, welche über jede angebbare Vielheit hinausgehend gedacht wird, kann aber nur verstanden werden als qualitative, nicht quantitative, d. h. so wie „alle Menschen“ nicht besagt eine angebbare oder unangebbare, endliche oder unendliche Zahl, sondern: sofern etwas Mensch ist, gilt davon das und das, d. h. das Behauptete gilt von jedem, das der gestellten Bedingung genügt, es sei nun Eins oder Vieles, endlich oder unendlich, angebbar oder unangebbar. Die Größe als „veränderliche“, die in die bestimmten Größenwerte sich erst entwickle, ist der einfache Ausdruck einer solchen qualitativen Allheit; sie besagt die Zusammenfassung der überhaupt setzbaren Unterschiede (seien diese nun endlich oder unendlich) in der qualitativen Einheit des Gesetzes, nach dem die Unterschiede sich entwickeln, so daß nichts unbestimmt bleibt. Gemäß dieser Funktion der qualitativen Allheit wird z. B. der Weg von Punkt zu Punkt im Raume als stetiger Übergang gedacht, indem er angenommen wird als in seinen Teilen und Teilen der Teile und so ins Un- endliche bestimmt, nämlich durch das Gesetz etwa der Identität der Richtung oder einer bestimmten Art der Richtungsänderung. Dieser Unterschied zwischen der durch die Qualität und der durch die bloße Quantität gedachten Größe drückt sich bei Leibniz und Kant aus als der der „intensiven“ Grösse, bei welcher die qualitative Einheit des Gesetzes als der Quell gedacht wird, aus welchem die Mannigfaltigkeit der quantitativen Werte sich erst erzeuge, von der „extensiven“, die bloß durch Vervielfältigung der in sich unbestimmten, bloß quantitativ gedachten Einheit entstehe. Demnach betrachteten sie richtig die intensive Einheit als das Fundament der extensiven, so wie überhaupt die Einheit der Synthesis der logische Grund der Ver- einigung des Mannigfaltigen im Denken ist, oder wie der Inhalt des Denkens den Umfang bestimmt. Die „intensive Größe“ bestätigt also die qualitative Einheit unserer dritten Kategorie als Einheit des Ursprungs (§ 13). § 18. Das Denkverfahren der Relation. Durch die beiden eng verbundenen Verfahren der Quantität und Qualität ist für die mögliche Bestimmung