I. Einleitung-. 7 tivität der Erkenntnis begründet, auch ein Subjekt der- selben erst konstituiert. Die Ichbeziehung ist also nicht früher als die Gegenstandsbeziehung, beide drücken viel- mehr dieselbe Grundbeziehung, in der überhaupt die Er- kenntnis besteht, nur nach verschiedenen Seiten aus. Es ist also nicht nur „kein Objekt ohne Subjekt“ und um- gekehrt, nicht nur gehören beide zu einander wie „die Hälften eines Ganzen“ (Schopenhauer), sondern in unauf- heblicher Wechselbeziehung zu einander bezeichnen beide nur die Doppelrichtung eines und desselben Weges der Erkenntnis. Erkenntnis ist also an sich weder subjektiv noch objektiv, sondern beide, Subjektivität wie Objektivität, finden nur in der Erkenntnis und zwar in unaufheblichem Wechselverhältnis zu einander statt. Es ist gleichermaßen falsch, das Subjekt, wie, das Objekt der Erkenntnis voraus zu setzen; so wie überhaupt jeder Versuch mißlingen muß, das vor allem Denken Gegebene doch irgendwie zu denken. Die Logik aber hat es ausschließlich mit der Objekts- beziehung zu tun, die Subjektivität kommt für sie nur in- sofern in Betracht, als sie das notwendige Korrelat ist zu dem nur bedingten Charakter. der Gegenständlichkeit in der Erfahrung, der aus der Unvollendbarkeit des Er- kenntnisprozesses folgt. Im übrigen geht die Subjekts- beziehung die Psychologie an. § 5. Die Materie der Erkenntnis. Erfahrung. Da Erkenntnis ganz in Denken, Denken in der Formung der Vorstellungen besteht, so fragt sich, was als das letzte Gegebene oder die Materie der Erkenntnis vorauszusetzen sei. Der Ausdruck des Gegebenen = X bleibt deswegen notwendig, weil Erkenntnis in einem fortschreitenden, sich gesetzmäßig entwickelnden, aber nie vollendeten Prozeß besteht, folglich ein noch nicht Erkanntes, erst zu Erkennen- des auf jeder Stufe bestehen bleibt. Was aber gegeben sei, läßt sich immer nur von der erreichten Erkenntnis aus definieren. Vor ihr ist das Gegebene nur das Auf- gegebene, das Problem, ein X, nicht ein A. Sagt man, daß durch das Gegebene, nämlich die Tatsache der Wahrnehmung, erst eine jede Frage der Erkenntnis entschieden werde, so ist erstens diese Frage doch nur durch die Erkenntnis