79 lohen der flandrischen Grafen genannt — nicht, sondern gab sie seinem Schwager Johann von Avennes1). Damit bekundete er von neuem, dass er durchaus gewillt sei, nicht nur seine Pläne in Bezug auf Seeland durchzusetzen, sondern auch seinen Schwager, den ärgsten Feind der Margaretha, zu unterstützen. Er teilte noch am 11. Juli dem Bischof von Cambray, welcher zum beständigen Vollzieher des Friedens von 1250 mit dem Bischof von Tournav ernannt war, seine Verfügung über Reichs- flandern mit1 2), und forderte am folgenden Tage die Vasallen dieses Landes zur Empfangnahme ihrer Lehen von Johann auf3). Der Papst bestätigte am 2. December 1252 die von Wilhelm auf dem Frankfurter Tage getroffenen Verfügungen4) und beauftragte am folgenden Page den Abt Heinrich von Fulda, für die genaue Beobachtung dieser Beschlüsse zu sorgen und die Widersacher zu excommunicieren5). Für König Wilhelms Stellung in Deutschland hatte dieser Reichstag vor Frankfurt weiter keine Folge: Konrads Anhänger hielten nach wie vor treu zu ihm. Zur Belagerung der dem Staufen treu gebliebenen Städte am Niederrhein war Wilhelm wiederum ausgezogen. Da er aber für sich allein nichts aus¬ gerichtet hätte, so hatte, er am 4. August im Lager vor Kaub die Hilfe des Erzbischofs von Mainz von neuem in Anspruch nehmen müssen und ihm dafür die Reichsstadt Oppenheim um 2000 Mark versetzt6): eine Stadt, welche freilich erst noch erobert werden musste. Aber auch diese neue Verleihung konnte nicht hin¬ dern, dass nach 2 Jahren eine Misshelligkeit zwischen dem Erz¬ bischof und dem König ausbrach; sie brachte also dem letzteren kaum einen Nutzen. Denn nur die kleine Stadt Friedberg in der Wetterau unterwarf sich ihm, worauf der König den Bürgern eine Erleichterung ihrer Kriegspflicht zugestand 7). Im übrigen vergrösserte sich in diesem Jahre die Zahl seiner An¬ hänger nicht. 1) Reg. 151. 2) Reg. 152. 3) Reg. 154. 4) Potth. II, 14793. Böhmer, Reg. 1246—1313, S. 321, nr. 116. 5) Potth. II, 14796. Böhmer a. a. 0. nr. 117. 6) Reg. 161. 7) Reg. 164.